Auf vielfältige Art und Weise ist die Geschichte der Zivilisation eine Geschichte der Beziehung der Menschen zur Natur. Angefangen beim gegensätzlichen Umgang mit Land - einerseits Raum gewinnend für den Ackerbau, andererseits Land gestaltend um Raum zum Schutz abzugrenzen - hat Christophe Girot sich auf den Weg gemacht, diese Entwicklung aufzuzeichnen: Lebendig und facettenreich erzählt er von unserer kulturellen Verbindung zu aber auch unserer Abhängigkeit von der Landschaft. In zwölf Kapiteln trägt er die Schlüsselereignisse zusammen, die unsere menschengemachte Landschaft geformt haben.
Dabei fokussiert jedes Kapitel auf ein bestimmtes Thema und beschreibt neben den relevanten Entwicklungen ein Projektbeispiel: Mit speziell angefertigten Fotografien und 3D-Gestaltungen wird der entsprechende Ort in seinem ursprünglichen Kontext nachvollziehbar. Die Vielzahl an kulturellen Bezugspunkten und die Besonderheiten der hier vorgestellten Landschaften sensibilisiert unser Verständnis dafür, wie wir unsere Umwelt geformt haben und in welcher Beziehung wir zu ihr stehen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 31.03.2017
Sehr angeregt referiert Suzanne Kappeler die Lektüre dieses Bandes des Züricher Professors Christophe Girot, der in der zu rituellen Zwecken künstlich angelegten Lichtung den Ursprung menschlichen Eingreifens in die Natur ausmacht. Noch heute, lernt die Rezensentin, dient der Wald daher selbst in urbanen Kontexten als Ideal, wie etwa am Central Park in New York oder dem Englischen Garten in München zu sehen ist. Dass aber auch der umgekehrte Weg, die Verlandschaftung ehemals industrieller Areale, reizvolle Resultate hervorbringt, erkennt Kappeler etwa bei dem verwunschenen Dickicht, das sich auf dem Schöneberger Südgelände über einer ehmaligen Gleisanlage im Süden Berlins breitgemacht hat.
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