Christoph Ruf

Was ist links?

Reportagen aus einem politischen Milieu
Cover: Was ist links?
C. H. Beck Verlag, München 2011
ISBN 9783406606496
Kartoniert, 252 Seiten, 12,95 EUR

Klappentext

Sommer 2009, das erste Klassentreffen seit 18 Jahren. Die Anwesenden reden über ihren Job, die Kinder und über die Schulzeit. Damals hofften alle, dass irgendwann einmal der dicke Kanzler abgewählt werden würde, sie waren Linke. Versammelt haben sich Lehrer, Altenpfleger, Juristen, Mediziner und ein Journalist - unser Autor. "Links" sind alle irgendwie immer noch, was das aber heute sein soll, weiß keiner mehr so recht. Also wird der Journalist beauftragt, Genaueres herauszufinden.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 24.08.2011

"Sympathisch" findet Stefan Reinecke dieses Buch, aber ob das reicht? Tut es nur insoweit, als Reinecke es immerhin gern gelesen hat. Nur: klüger, was die Linke als Partei oder das Scheitern von Rot-Rot-Grün betrifft, ist er deshalb noch lange nicht. Der Reportagestil des Journalisten Christoph Ruf ist schuld. Einerseits verbindet er Politik und Alltag und macht den Rezensenten froh, andererseits bleibt er im Ungefähren, weil sich Politik laut Reinecke eben nicht in den Absichten und Leidenschaften ihrer hier so herzlich ungezwungen ins Gespräch verwickelten politischen Vertreter erschöpft. Die Kosten-Nutzen Seite der Parteien müsste schon noch genauer betrachtet werden, findet Reinecke.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 07.07.2011

Anregend fand Rezensent Sven Hanuschek offenbar Christoph Rufs Erkundungen unter der heutigen Linken, die er in Gesprächen mit Politikern der Grünen, der SPD und der Linken aus dem "Mittelbau" getätigt hat. Der Rezensent hat seine Freude an der wohlformulierten Polemik, den plastisch aufgezeichneten Gesprächen und den treffenden Metaphern, die der Autor aufbietet. Er schätzt Rufs deutliche Meinungsäußerungen, auch wenn er findet, dass der Journalist ein bisschen "reportagenhaft-beschreibendes Drumherum" in seiner Darstellung hätte streichen können. Und Rufs Appell, sich stärker am politischen Leben zu beteiligen, scheint bei Hanuschek auch auf Zustimmung zu stoßen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.06.2011

Einen gelungene Erkundung des linken politischen Milieus erblickt Dietmar Süss in Christoph Rufs Reportagen "Was ist links?". Die Gespräche des Autors mit sozialdemokratischen Bürgermeistern, Funktionären und Mitgliedern an der Basis, mit alten Linken und jüngeren Parlamentariern in Ost und West, Süd und Nord zeigen für ihn deutlich, dass die linke Landschaft in Deutschland bunter und auch reflektierter ist als erwartet. Er schätzt Rufs Fairness im Umgang sowie seine respektvolle Haltung gegenüber denen, die sich politisch betätigen. Allerdings wünscht er sich manchmal, der Autor hätte die Pfade der Parteipolitik hin und wieder verlassen und einen Blick in die buntere Welt des zivilgesellschaftlichen Engagements geworfen.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.05.2011

Was heute links ist, möchte Julia Lauer mit Hilfe des Buches von Christoph Ruf herausfinden. Allerdings muss sie schnell feststellen, dass Rufs Recherchen quer durchs Land zwar höchst aktuell sind, dass der Autor jedoch eher dazu neigt, bei den linken Zielvorgaben (Atomausstieg, Mindestlöhne etc.) die Unterschiede einzuebenen und Platitüden zu reproduzieren. Schwarzweißmalerei und Liebesblindheit vor lauter Eifer angesichts der Idee einer geeinten Linken also? Ein bisschen schon, warnt Lauer. Bemerkt aber auch die Ironie, mit der Ruf manch linke Ideologie kommentiert. Dass der Autor nicht bloß die allseits bekannten Gewährsleute linker Politik vorstellt, sondern Linken jenseits der Parteispitzen Gehör verschafft, findet Lauer wieder prima.
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