Die Reformfähigkeit der Sozialdemokratie

Herausforderungen und Bilanz der Regierungspolitik in Westeuropa
Cover: Die Reformfähigkeit der Sozialdemokratie
VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2006
ISBN 9783531147505
Gebunden, 506 Seiten, 39,90 EUR

Klappentext

Von Wolfgang Merkel, Christoph Egle, Christian Henkes und anderen. Ende der 90er Jahre waren sozialdemokratische Parteien in den meisten Ländern der Europäischen Union an der Regierung beteiligt. Wie erfolgreich waren die unterschiedlichen Parteien in ihrer Reformpolitik? Folgten sie einem einheitlichen "Dritten Weg"? Mit dem Buch liegt eine in sich geschlossene, vergleichende empirische Untersuchung der Regierungspolitik sozialdemokratischer Parteien auf europäischer Ebene seit Mitte der 90er Jahre vor. Auf Grundlage von Länderstudien (zu Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Niederlande, Schweden und Dänemark) wird die Politik sozialdemokratischer Regierungen analysiert und deren Fiskal-, Beschäftigungs- und Sozialpolitik in vergleichender Perspektive bewertet. Außerdem untersuchen die Autoren, inwieweit sozialdemokratische Parteien die Europäische Union zur Erweiterung ihres Handlungsspielraumes nutzten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 05.04.2006

Wolfgang Merkel untersucht in seinen sechs Länderstudien gemeinsam mit anderen "hochkarätigen" Politologen die Reformbemühungen der Sozialdemokraten und hat bessere und schlechtere "Dritte Wege" in der Politik Europas ausgemacht, konstatiert Stefan Grönebaum. Merkel und seine Mitarbeiter teilen die europäische Reformpolitik in drei verschiedene Gruppen ein und unterscheiden zwischen "liberalen Sozialdemokraten" in den Niederlanden, "Modernisierern" in Skandinavien und "konservativen Sozialdemokraten", wie sie in den "kontinentalen Flächenstaaten" zu finden sind. Dabei stellt Merkel den sozialdemokratischen Konservativen laut Grönebaum das schlechteste Zeugnis hinsichtlich des Umbaus des Sozialsystems und der Arbeitsmarktpolitik aus, während er den skandinavischen "Modernisierern" attestiert, einen erfolgreichen Weg eingeschlagen zu haben. Der Forderung der Autoren, die deutsche Sozialdemokratie müsse sich "europäisieren", scheint sich der Rezensent anzuschließen und empfiehlt diesen Band allen, die bei den Debatten über Reformen "mitreden" möchten.

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