Dieser Band versammelt Aufsätze, Reden und Essais von Christoph Hein seit Beginn der neunziger Jahre. Der Autor richtet seinen Blick nun auf die Verhältnisse im vereinigten Deutschland, auf die Fluchtpunkte des Rechtsstaats und auf dessen Begriffe von Freiheit und Sicherheit.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.06.2004
Heinrich Detering schätzt den Romancier und den Essayisten Christoph Hein gleichermaßen, beteuert er. Den als Essays deklarierten Artikeln, Reden, Nachrufen kann er allerdings keinen höheren Wert abgewinnen. Ein Schnellschuss des Verlags und Autors, mutmaßt er. Zwei Reden auf Unseld, ein Nachruf auf Stefan Heym - das sei nichts als elanglos, banal, absolut "überraschungsfrei". Angeödet zeigt sich Detering von der Heinschen Marotte, alles zwei- oder dreimal in höchst feierlichem Ton zu sagen, das sei von "erlesener Redundanz". Dass Hein sowohl stilistisch wie inhaltlich einen Hang zur Vergröberung und Vereinfachung hat, erweist sich für den Rezensenten am stärksten in dem Beitrag über Arno Schmidt. In diesem umfangreichsten Text des Bandes gebe Hein weitschweifig Gemeinplätze von sich und komme dann zu dem nie ganz falschen, aber nichts Neues verratenden Bild "vom Dichter als dem einsamen Präzeptor der verdummenden Massen".
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 27.05.2004
Martin Krumbholz schätzt in Christoph Hein den "nüchternen Realisten", der "gewissenhaft die Sache prüft", bevor er sich ein Urteil bildet. Ist diese Haltung daran schuld, dass seinen Romanen mitunter etwas "Sprödes, Detailvernarrtes " anhaftet, findet der Rezensent sie bei den Essays durchaus lobenswert. Dabei vertrete Hein in seinen Aufsätzen zu Arno Schmidt, zur Peter Handkes Serbien-Sympathien oder zu den Anschlägen vom 11. September nie einen Standpunkt, nur weil er gerade "chic" oder gar "bequem" sei, betont der Rezensent angetan. Bei aller "ideologischen Unvoreingenommenheit" kommt der Autor dennoch zu klaren Meinungen und vertritt auch eine "protestantische Ethik", so Krumbholz, der hinter der "Gelassenheit", mit der Hein sich gibt, ein "starkes Selbstbewusstsein" spürt.
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