Christoph Butterwegge (Hg.)

Kinderarmut in Deutschland

Ursachen, Erscheinungsformen und Gegenmaßnahmen
Cover: Kinderarmut in Deutschland
Campus Verlag, Frankfurt am Main 2000
ISBN 9783593365022
Broschiert, 280 Seiten, 20,35 EUR

Klappentext

In der Bundesrepublik wachsen um die Jahrtausendwende immer mehr Kinder und Jugendliche in Armut auf. Sie bilden mittlerweile die Altersgruppe, die am häufigsten und stärksten davon bedroht ist. Die Autorinnen und Autoren des Bandes thematisieren Ursachen, Erscheinungsformen und Folgen dieses neuen Armutstypus aus einer interdisziplinären Perspektive und entwickeln Strategien zur Bekämpfung der Kinderarmut. Darüber hinaus wird die Thematik mit der allgemeinen Entwicklung des Sozialstaates verknüpft und im Kontext von Wiedervereinigung und Globalisierung diskutiert. Die einzelnen Beiträge zeichnen ein umfassendes Bild der Problemlagen und repräsentieren den aktuellen Stand der Diskussion über Kinderarmut.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.03.2001

Frank Niess ist sehr angetan von diesem Sammelband mit Beiträgen zur Kinderarmut. Er hebt anerkennend hervor, dass die Autoren und Autorinnen sich der "Relativität der Armut" bewusst sind, also wissen, dass Kinderarmut in Deutschland etwas anderes ist als beispielsweise die Armut der Straßenkinder in Lateinamerika. Angesichts einer Kinderarmut von 20 Prozent liegt die "Aktualität und Brisanz" des Buches "auf der Hand", so der Rezensent, der betont, dass der Sammelband nicht nur für Sozialwissenschaftler, sondern auch für den Laien von Interesse sein dürfte. Denn, meint Niess, der Leser erkennt nicht nur, dass es sich bei Kinderarmut um ein in der Sozialpolitik "sträflich vernachlässigtes" Thema handelt, sondern er gewinnt auch Vorstellungen, was dagegen zu unternehmen ist.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.05.2000

Deutlich als "Skandal" benennt Thomas Eckart die vom Herausgeber, Professor für Politikwissenschaft in Köln, aufgeführten Zahlen zur Kinderarmut in der Bundesrepublik, die er ausführlich zitiert. Schon 1995 lebte "jedes dritte Kind im Vorschulalter am Rande der Einkommensarmut", laut Definition der EU-Kommission also in Haushalten, die über weniger als die Hälfte des nationalen Durchschnittseinkommens verfügen. Die Tendenz ist steigend: immer mehr Kinder sind von Armut bedroht, dadurch auch von Krankheit, schulischem Mißerfolg und einem Abgleiten in Gewalt und Kleinkriminalität. Am stärksten betroffen sind die Kinder von Migranten und Alleinerziehenden. Und die hilflose Reaktion der Erwachsenen ist häufig eine wachsende Verschuldung, um die Kinder nicht über alles Maß hinaus zu belasten. Dass nur eine Umverteilung des (gleichzeitig wachsenden) Reichtums aus dieser gesellschaftlich belastenden Situation herausführen kann, ist für die Autoren der Studie unabweisbar. Wie das geschehen soll, so der Rezensent, darüber schweigen sie sich leider aus.
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