Es sind eigentlich keine richtigen Bauten - und Architektur ist es schon gar nicht. Imbissbuden sollen einen Zweck erfüllen, und der ist eindeutig: es darf nicht lange dauern, Tempo, schnelles Essen und dann weiter. Dabei ist die Gestaltung dieser kleinen Bauwerke sehr interessant: einfach und eher schlicht die einen, aufwändig mit Vor- oder Anbauten versehen die anderen. Individualität wird sichtbar und die einheitliche, notwendige Struktur aufgehoben. "Urbane Anarchisten" dokumentiert Ausschnitte dieses scheinbar unspektakulären Themas. Fotografien im Stil von Architekturaufnahmen zeigen den Behauptungswillen der Imbissbuden. Entstanden sind sie in Berlin, denn hier gibt es ungefähr zweitausend dieser Einrichtungen. Sehr unterschiedlich sind die Beiträge der zehn Autoren zum Thema. Sie setzen sich mit der Architektur und mit dem Leben um die Imbissbude herum auseinander, interviewen Konsumenten und Betreiber, entwickeln eine Typisierung der Bauwerke, beschreiben vom Leser nachvollziehbare Rundgänge zu ausgewählten Objekten oder zeigen eine vielleicht zukünftige Variante: den Grillwalker. Ein weiterer Höhepunkt ist sicherlich der Blick nach Asien: Garküchen in Indien -- ein kulinarischer Spaziergang.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 27.09.2003
Jon von Wetzlars Kulturgeschichte der Imbissbude widmet sich nach Auskunft des "owd" zeichnenden Rezensenten "den Abgründen der Esskultur": Imbissbuden mit so "aparten Namen" wie "Brat-Oase" oder "Chicken-Center", Grillwalkern, jenen mit einer tragbaren Wurstbraterei ausgestatteten Dienstleistern und den omnipräsenten Sandwichmännern. Wie der Rezensent ausführt, macht sich Wetzlar daran, die Phänomene historisch zu verorten und zu kategorisieren: zu unterscheiden sei demnach zwischen der "nativen", der "entwickelten" und der "definitiven" Imbissbude. Christoph Buckstegens Fotografien der Berliner Fastfood-Szene ergänzen den Band.
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