Justus Wilhelm Hedemann bietet sich als Untersuchungsgegenstand schon allein wegen seiner Lebenszeit an: Geboren 1878, gestorben 1963, erlebte er das wilhelminische Kaiserreich, die Weimarer Republik, das Dritte Reich und die Anfangsjahre der Bundesrepublik. Durch alle Epochen hindurch war er als Jurist tätig. Neben der Darstellung von Leben und Werk analysiert Christine Wegerich Hedemanns Rechtswissenschaft und bestimmt seinen juristischen Ansatz als 'Denktyp'. Es zeigt sich, daß dieser 'Denktyp' typisch für seine Zeit war und es Hedemann ermöglichte, die erstaunliche Anpassung an die verschiedenen politischen Systeme zu vollziehen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.10.2005
Überzeugend findet Friedrich-Christian Schroeder diese Biografie über den Zivilrechtler Justus Wilhelm Hedemann (1878-1963), die Christine Wegerich vorgelegt hat. Er hält der Autorin zu Gute, nicht der Selbstgerechtigkeit der Nachgeborenen zu erliegen, und lobt ihre Darstellung als "bemerkenswert fair". So verteidige sie den Juristen gegen den Vorwurf, bei seiner Berufung nach Berlin von der Vertreibung eines jüdischen Hochschullehrers profitiert zu haben. Die Grundmerkmale von Hedemanns Denkweise sehe Wegerich in einer national-konservativen Auffassung, dem Bedürfnis nach Gruppenzugehörigkeit, einer fehlenden inhaltlichen Präzisierung und einer Vorliebe für allgemeine Themen auf Kosten eines konkreten, mehrdimensional-ganzheitlichen Denkens. Auch wenn Hedemann nicht zu den Scharfmachern unter den nationalsozialistischen Rechtsideologen zu zählen ist, so Schroeder, habe er durch seine wortgewaltige Mitarbeit an prominenter Stelle wesentlich zur Stützung des Regimes beigetragen.
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