Kanon Verlag, Berlin 2026
ISBN
9783985682089 Gebunden, 176 Seiten, 22,00
EUR
Klappentext
Kein Haus steht im Nirgendwo. Christine Koschmieder ist in den letzten 19 Jahren 21 Mal umgezogen. Sie hat Männer verlassen und verloren, drei Kinder zur Welt gebracht und ist zur Alkoholikerin geworden. Jetzt ist sie trocken und will ein paar Dinge anders machen. In einem Haus nur für sich. Doch ist ein Hauskauf weit ab von der Großstadt nur der nächste Schritt in die Schrulligkeit? Wessen Geschichten gilt es zu entdecken, welche Bilder zu korrigieren, und wem gehören eigentlich die Häuser? - Nach dem großen Erfolg von "Dry" setzt Christine Koschmieder in "Ein Haus für mich" ihre Bestandsaufnahme fort. Ihr Memoir ist eine Ermutigung für alle, die gute Orte schaffen wollen.
Ein starkes, mutiges zweites Buch legt Christine Koschmieder hier vor, findet Rezensentin Julia Schröder. Koschmieder unternimmt darin eine essayistische Selbstbefragung, im Zentrum steht ihre Entscheidung, im Jahr 2019 ein altes Haus in Dessau zu kaufen, das sie zu einem Domizil für Großstadtintellektuelle ausbauen will; die in Dessau in der Begegnung mit den Bewohnern nicht zuletzt ihre Vorurteile gegen Ostdeutsche abbauen sollen. Warum ist dieses Buch mutig? Weil es sich eben nicht in den sicheren Hafen der Fiktion flüchtet und ein adrettes Kleinstadtpanorama entwirft, verspricht die Kritikerin. Stattdessen bringt Koschmieder sich selbst mitsamt ihrer Alkoholkrankheit ins Spiel, unter anderem fragt sie sich, was das Leben als trockene Alkoholikerin mit ihrem Schreiben macht. Insofern schließt das Buch, so Schröder, perfekt an Koschmieders autofiktionalen Roman "Dry" an. Zudem finden sich im Text Verweise auf Virginia Woolf und andere Schriftstellerkolleginnen. Ein reichhaltiges Buch ist das, heißt es am Schluss, und zwar eines, das dazu geeignet ist, auch eine "allzu bequeme Selbsterzählung des Lesenden" in Frage zu stellen.
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