Sandra Hoffmann

Paula

Cover: Paula
Hanser Berlin, Berlin 2017
ISBN 9783446256828
Gebunden, 160 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Paula muss einmal eine glückliche Frau gewesen sein, bevor ihr Bräutigam im Krieg stirbt. Eine Frau, die irgendwann aus Angst und Scham zu schweigen beginnt, die nie preisgibt, von welchem Mann das Kind stammt, das sie alleine großzieht, bis der Schutzraum des Schweigens zum Gefängnis wird, in dem Liebe und Empathie verkümmern. Ihre Tochter und ihre Enkelin werden nie erfahren, wer ihr Vater, wer ihr Großvater war. Sandra Hoffmanns Memoir "Paula" liest sich wie ein Familienroman. Sie erzählt das Leben ihrer Großmutter, die ihr erdrückend nahe war und von der sie doch so wenig weiß. Der Macht des Schweigens setzt sie die Kraft der Sprache entgegen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.01.2018

"Ein Kammerspiel auf dem Lande" nennt Rezensentin Franziska Wolffheim dieses Memoir von Sandra Hoffmann, in dem die Autorin sich ihrer Großmutter widmet, deren Leben in einem kleinen Ort in Oberschwaben sie in teils realen, teils fiktiven Episoden erzählt. Interessant daran ist vor allem das ambivalente Verhältnis zwischen Großmutter, Mutter und Tochter, findet Wolffheim. Dieses schildert die Autorin mit klarem Blick, knapp, präzise und doch einfühlsam. So ist Hoffmanns Buch am Ende zweierlei: Ein verdichteter Familienroman, indem zwar die Männer ein wenig zu kurz kommen, der sich jedoch umso konzentrierter dem "Frauenkosmos" widmen kann und das Porträt einer Frau, die in der Nachkriegszeit aufwuchs und die Belastungen dieser Zeit ihr Leben lang mit sich trug, lobt die Rezensentin.
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