Ich darf das - oder? Ein unerschrockenes: Klar, ich darf! galt lange als sicherster Weg zum Erfolg: Der Steuerhinterzieher, der sich clever fühlt, der Womanizer, der keiner treu sein kann, der Wirtschaftsführer, der alles der Rendite unterordnet. Eberhard Schockenhoff - Mitglied des Deutschen Ethikrats - und die Journalistin Christiane Florin lassen die innere Stimme sprechen: Das eigene Gewissen ist der beste Ratgeber, der sicherste Katastrophenschutz.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.10.2009
Die Diagnose: Eine funktional ausdifferenzierte Welt, in der die Systeme recht moralfrei ihre jeweiligen Anforderungen stellen, macht einen ethischen Kompass nur umso wichtiger. Als solcher, so die These der Autoren, die der Rezensent Bernhard Dressler durchaus teilt, taugt das Gewissen auch und gerade heute. Weil es nämlich das Individuum selbst in die Verantwortung nimmt und weil es, behaupten die Autoren, von "Kultur, Bildung und Kontostand" unabhängig sei. Sehr konkret wird das im Buch an Beispielen durchgenommen, was der Rezensent mal "unterhaltsam" findet, mal nur "trivial". Und obwohl er insgesamt recht einverstanden ist mit dem Band, hätte er sich etwas mehr theologische "Tiefenschärfe" und überhaupt den Hinweis auf die Notwendigkeit religiöser Bindungskräfte früher als erst im Nachwort gewünscht.
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