Frankfurt am Main, 1. November 1957: Polizeibeamte finden die 24-jährige Rosemarie Nitribitt erwürgt in ihrem Innenstadt-Appartement. Dass die Blonde mit dem schwarzen Mercedes-Sportwagen als Luxus-Callgirl anschaffte, wusste die ganze Stadt jetzt erfahren die Ermittler, wer ihre reichen Freunde waren, und sehen vor lauter Respekt wichtige Spuren nicht. Doch wer Rosemarie Nitribitt wirklich war, ist in den Fünfzigern keine Zeile wert. Ihr wahres Leben wäre das bessere Drehbuch gewesen, aber die Story blieb ungeschrieben bis heute: Fünf Jahrzehnte nach Rosemaries Tod rekonstruiert der Journalist Christian Steiger ihren Weg vom Kinderheim bis auf die Titelseiten. Mit Hilfe der originalen Ermittlungsakten und von Zeitzeugen beschreibt er ihr atemloses Leben, ihren gewaltsamen Tod und die seltsamen Ereignisse danach. Viele überraschende Details und unveröffentlichte Fotos machen Mief und Aufbruchstimmung der 50er-Jahre spürbar und zeigen, warum das Mädchen Rosemarie nicht nur wegen ihres prägnanten Nachnamens in Erinnerung bleiben musste.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.2007
Überaus spannend findet Dieter Bartetzko dieses Buch Christian Steigers über das Luxus-Callgirl Rosemarie Nitribitt, die in fünfziger Jahren zahlreiche prominente Freier aus Politik und Wirtschaft hatte, bis sie 1957 ermordet wurde. Er schätzt die akribisch-genauen Recherchen des Autors und lobt seine sorgfältige, detaillierte Rekonstruktion des Falls. Allerdings stört ihn der manchmal etwas unbeholfene, alltagssprachliche Stil Steigers. Doch die Geschichte Nitribitts scheint ihm so stark, dass sie diesen Mangel locker verkraftet. Zumal die geschilderten Verhältnisse für ihn die "klebrige, verlogene Atmosphäre" der Adenauer-Ära überaus lebendig werden lassen.
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