Christine Engel

Gibt's da noch was zu lachen?

Politische Witze aus Putins Russland
Cover: Gibt's da noch was zu lachen?
Heel Verlag, Königswinter 2024
ISBN 9783966649001
Gebunden, 128 Seiten, 14,99 EUR

Klappentext

Mit einem Vorwort von Elke Leonhard. Iwan Iwanowitsch bekommt einen Einberufungsbescheid. Er fragt: "Mit wem kämpfen wir denn?""Na, mit den Faschisten.""Ja, und gegen wen?"Auf fünf russischen Plattformen hat die Slawistin Christine Engel Witze zur Situation in Russland gesammelt und kommentiert. Politische Witze dienen seit jeher dem Protest gegen Diktatoren, dem Zusammenschluss Gleichgesinnter, aber auch der ganz individuellen psychischen Entlastung. Sie schaffen einen wichtigen kommunikativen Freiraum und stärken damit soziale Gruppen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 17.02.2025

Die Putin-Witze, die dieses Buch versammelt, findet Rezensentin Viola Schenz lustig, die Rahmung, die ihnen verpasst wird, weniger. Zunächst geht Schenz auf die Witze selbst ein, die Christina Engel auf mehreren russischen Internetplattformen zusammengesucht hat und die zum Beispiel den Personenkult um Putin auf die Schippe nehmen: "Putins Bad im Eisloch musste mehrmals aufgenommen werden, denn Wladimir Wladimirowitsch lief wie gewohnt direkt über das Wasser." Auch seine "Kommunikationsstrategien" werden clever persifliert, schmunzelt Schenz. Bemerkenswert findet sie, dass Engel die Witze meist aus Mainstreammedien hat, die überwiegend Unpolitisches publizieren, manchmal dann aber eben doch Systemkritisches - allerdings unter dem Deckmantel der Anonymität. Nicht einverstanden ist Schenz freilich mit einigen verharmlosenden Passagen in Engels Erläuterungen, sowie, vor allem, mit dem Vorwort der dieses Jahr verstorbenen SPD-Politikerin Elke Leonhard, die die Legende von der Demütigung Putins durch den Westen aufwärmt. Hier ist wohl jemand auf eben jener Propaganda hängengeblieben, gegen die die Witze in diesem Buch ankämpfen, schließt Schenz.
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