Zur Ausstellung im MAK Wien, im Nederlands Foto Museum Rotterdam, im Museum für Angewandte Kunst, Köln, 2004 und im Deutschen Historischen Museum, Berlin, 2006. Mit 750 zum Teil farbigen Fotos. Der Künstler und ehemalige Fotograf Christian Skrein hat Fotografien in Tausenden von Alben und Schuhschachteln gesichtet, ausgewählt und thematisch zusammengestellt, die als Teil unserervisuellen Kultur anzusehen sind. Im Zentrum seines daraus entstanden Buches stehen Lebensfreude und Lebensschmerz, die conditio humana, sichtbar gemacht in "Snapshots", die immer nur fürs private Album gedacht waren.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 05.05.2004
Befremden, mehr noch, Unbehagen äußert Daniel Kothenschulte angesichts der Fotosammlung des einstigen Starfotografen Christian Skrein, der für "Snapshots" 547 Amateurfotos zusammengesucht und veröffentlicht hat. Amateurfotos seien Privatfotos, betont Kothenschulte, und die haben in seinen Augen eine eigene Ordnung. Erhalten sie, wie in diesem Fall, eine neue Ordnung, dann würden die Bilder ihres Kontextes beraubt und instrumentalisiert, erläutert der Rezensent sein Unbehagen. Entweder müsse der Sammler also die alte Ordnung akzeptieren oder ganz auf eine verzichten. Über dieses von Kothenschulte propagierte Ideal hat sich Skrein schlicht hinweggesetzt, er hat die Amateuraufnahmen einer eigenen Katalogisierung unterzogen, die der Rezensent als "Schubladenetiketten" nach Vorbild der Bildarchive bezeichnet. Einzelne Aufnahmen in "Snapshots" seien durchaus bemerkenswert, gibt Kothenschule zu, und auch die Ausstattung des mehrfarbig gedruckten Bandes sei großzügig, dennoch habe ihn beim Durchblättern zusehends ein "unheimliches Gefühl" beschlichen. Skreins Haltung sei technisch, nicht leidenschaftlich motiviert, und daraus resultiert für Kothenschulte die "grobschlächtige Aufbereitung" der Amateurfotos.
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