Annett Gröschner, Arwed Messmer

Inventarisierung der Macht

Die Berliner Mauer aus anderer Sicht
Cover: Inventarisierung der Macht
Hatje Cantz Verlag, Ostfildern 2016
ISBN 9783775740951
Gebunden, 1328 Seiten, 98,00 EUR

Klappentext

Das Buch zur Ausstellung. In unserem kollektiven Gedächtnis existiert die Mauer als ein bunt besprühtes Betonband. Umso wertvoller ist das Langzeitprojekt, dem sich der Fotograf Arwed Messmer und die Schriftstellerin Annett Gröschner widmen. Ausgangsmaterial waren Fotografien der frühen Mauer, die von den DDR-Grenztruppen angefertigt wurden. In ihrem preisgekrönten Vorgängerband präsentierten die Autoren den innerstädtischen Mauerstreifen. 2012 stießen sie auf ein weiteres, ebenso umfangreiches Bildkonvolut. In der neuen zweibändigen Ausgabe zeigen sie nun mit rund 600 Panoramen aus 3000 Einzelbildern den gesamten Verlauf der Mauer um West-Berlin. Ergänzt werden die Panoramen durch weiteres bearbeitetes Material aus dem Bundesarchiv.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 30.08.2016

Einen beachtlichen Band hat Jens Bisky mit Annett Gröschners und Arwed Messmers "Inventarisierung der Macht" entdeckt, der ihm ungewohnte Blicke auf die Mauer der 1960er Jahre gewährt. Dass die Schriftstellerin Gröschner im Militärischen Zwischenarchiv in Potsdam die Kleinbildnegative von Amateuraufnahmen der Grenzer fand, erscheint dem Kritiker als kleine Sensation, war DDR-Bürgern das Fotografen der Mauer doch ansonsten verboten. Wie Grössner und der Fotograf Messmer die Bilder - auch aus weiteren Funden - neu anordnen und mit klugen Texten versehen, findet Bisky aufschlussreich. Den Band, der typologischen Blick und "Neugier auf den Einzelfall" brillant verknüpfe, würdigt der Rezensent als eines der "interessantesten" Dokumente der jüngeren Zeitgeschichte.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 13.06.2016

Die "Banalität des Bösen" kann der Kritiker Michael Pilz in den 50 Jahre alten Fotografien der Berliner Mauer erkennen, die momentan in der Ausstellung "Inventarisierung der Macht" sowie im dazugehörigen zweibändigen Katalog zu sehen sind. Die Fotos, von Fotograf Arwed Messmer zu Panoramen zusammen montiert, zeigen die Mauer anders als man sie aus Geschichtsbüchern oder von Postkarten kennt, karg, fast noch im Bauzustand, teilweise bestehend aus Hauswänden, Drahtzäunen und Betonplatten, fotografiert von den DDR-Grenzern selbst, natürlich ohne künstlerische Ambitionen. Bedauernswert kann er höchstens finden, dass es 50 Jahre dauern musste, bevor wir auch aus dieser Perspektive auf das Bauwerk blicken können.

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