Christian Saalberg

Das Weite suchen

Gedichte
S. Roderer Verlag, Regensburg 2001
ISBN 9783897839809
Broschiert, 112 Seiten, 12,27 EUR

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 04.12.2001

Jürgen Brocan betont, sich nicht vorschnell für die Bezeichnung "Geheimtipp" entschieden zu haben, auf Christian Saalbergs Lyrik treffe das Wort jedoch absolut zu. Kritik übt der Rezensent dabei an einem Literaturbetrieb, der seiner Meinung nach einem breiten Mainstream folgt und Autoren wie Saalberg leicht übersieht, obwohl dieser für sein Werk bereits mehrere Auszeichnungen, darunter den Eichendorff-Preis, erhalten hat. Thema der Gedichte sind Abschied und Tod. Im Tonfall sind sie die "melancholischsten" Texte Saalbergs, meint der Rezensent. Die Gedichte stehen laut Brocan in einer surrealistischen Tradition, jedoch seien die Bilder und Metaphern weniger "manieriert" und "verrätselt", ja die Sprache Saalbergs sei sogar der Alltagssprache angenähert. Sichtlich angetan ist der Rezensent von den Bildern, die Saalberg beschwört. Brocan erläutert, dass der Titel des Bandes nicht, wie man annehmen könnte, Flucht vor den negativen Seiten des Lebens bedeutet, sondern den Übertritt in einen "offenen Raum", zur Ruhe und Klarheit. Aufhellend schön, urteilt Brocan.