Diese Sammlung umfasst das lyrische Gesamtwerk von Christian Loidl: alles, was zu seinen Lebzeiten publiziert wurde, und dazu mehrere hundert Seiten an Gedichten aus dem Nachlass. Hier spricht einer, der sich dem Zauber des Augenblicks öffnet und vorgefertigte Konzepte zum Platzen bringt. Zum Platzen bringt, und nicht aufbricht: denn alles ist Leichtigkeit und feine, liebevolle Ironie. Einer, der "den alten Meistern ihr Gold gestohlen" und etwas Eigenes, Unehrerbietiges daraus gemacht hat. Der Dichter verfremdet Klassiker durch Streichungen, streut gezielt Unsinniges und Provokantes ein und ist dazwischen doch immer wieder der, dessen Natur- und Liebesgedichte so fein gesponnen sind, dass sie es ohne weiteres mit den alten Chinesen aufnehmen können.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 04.02.2012
"Eine Wunde", die noch immer klafft, ist Christian Loidls Tod vor zehn Jahren, seufzt ein trauernder Leopold Federmair, der sich von dem zu früh verstorbenen Dichter noch viel erwartet hätte. So bleibt dem Rezensent anlässlich der Veröffentlichung des Gesamtwerks, das, umfangreich um den Nachlass ergänzt, auch einen Blick über die Schulter des Autors beim Arbeiten gestatte, nur die zwar knappe, aber liebevolle Würdigung eines "Luftpoeten", dessen Werke sich noch in verknappender Zuspitzung immer wieder um das Atmen drehen und der darin mit der Spielfreude eines "halb kindlichen Wesens" das unter der Realität verborgene "Surreale" erkundete.
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