Google StreetView, Facebook & Co - Privatsphäre als persönlicher Raum, der sich sicher weiß vor fremden Blicken, ist praktisch tot. Schuld ist das Internet. Datenschutz ist bestenfalls Hinauszögern des Unausweichlichen, schlimmstenfalls ein Kampf gegen Windmühlen. Wichtiger ist die Frage, wie wir unser Leben ohne die Sicherheiten der Privatsphäre lebenswert machen können. Es gab früher Zeiten ohne Privatsphäre, und es wird wieder Zeiten ohne Privatsphäre geben. Bei genauerem Hinsehen wird klar, dass sie ohnehin nicht der lupenreine Wohltäter ist, den Datenschützer gern aus ihr machen. Ihre Auflösung bringt nicht nur Aufgaben, denen wir uns stellen, sondern Chancen, die wir ergreifen sollten. Hierbei will dieses Buch helfen: durch Aufzeigen neuer Lebensführungsstrategien und alter und neuer Vorbilder hierfür.
Anregend findet Rezensent Michael Brake dieses Buch über die Ideen der Post-Privacy-Bewegung von Christian Heller. Neben einer kritischen Bestandsaufnahme der Debatte um den Datenschutz insbesondere im Internet hebt er die Überzeugung der Post-Privacy-Bewegung hervor, dass die "Verdatung" der Welt ohnehin nicht mehr zu stoppen sei. Hellers daran anknüpfendes Plädoyer für einen "Übergang in eine transparente Gesellschaft" scheint ihm sehr interessant. Ebenso die Argumentation, dass Privatsphäre kein Wert an sich sei, zumal auch die dunklen Seiten der Privatheit dargestellt werden. Darunter scheint Heller zum Beispiel patriarchale Strukturen zu verstehen, die im Privaten bestens gedeihen. Besonders beeindruckt Brake an Heller, dass dieser "Neues nicht per se als Bedrohung" versteht. Andererseits hält er manche von der in dem Buch vorgetragenen Ideen für ziemlich utopisch.
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