Klappentext

Die nächste Zeit gehört nicht den Menschen, sondern den Computern. Zwanzig Datenpunkte sind ausreichend, um einen Menschen berechnen zu können. Wo wir leben, was wir kaufen, wohin wir reisen, mit wem wir sprechen, was wir mögen, wen wir lieben all das ist in den Computernetzwerken längst über uns gespeichert und wird so ausgewertet, dass wir vorhersagbar werden. Der Computer weiß, wie wir entscheiden werden, bevor wir das selbst wissen. Wir kaufen Bücher, die Amazon uns vorschlägt, wir hören Musik, die Apple uns empfiehlt, wir befreunden uns mit Menschen, die Facebook für passend hält. Und das ist erst der Anfang einer Zukunft, die irgendwann ohne uns auskommt.
"Next" erzählt Miriam Meckel aus zwei Perspektiven. Aus der eines menschlichen Algorithmus und aus der eines letzten Menschen. Ein Gedankenspiel. Eine Reise in unsere digitale Zukunft. Das Buch entwirft die Utopie einer Welt, in der das menschliche Ermessen, der Zufall, die Gefühle und die Fehlertoleranz keine Rolle mehr spielen. Alles wird analysierbar. Um welchen Preis?

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 08.10.2011

Rezensent Hans Ulrich Gumbrecht kann sich nicht so recht für Miriam Meckels "Erinnerungen an eine Zukunft ohne uns" erwärmen. Echte Begeisterung sieht jedenfalls anders aus. Er liest das Buch als eine "Dystopie der elektronischen Welt". Abgesehen von den Perspektiven, aus denen die Zukunft geschildert ist - neben einem menschlichen Algorithmus kommt ein letzter Mensch zu Wort -, bietet es für ihn nichts Aufregendes, keine überraschenden Einsichten oder Gedanken. Viele Motive Meckels sind ihm aus den Klassikern des Genres wie "1984" oder "Fahrenheit 451" bekannt. Die Schilderung des Verschwindens von "Zufall", "Spiel", "Empathie" und von körperlicher Gefühlen scheint ihm recht vorhersehbar, die Entfaltung einiger Gedanken Michel Foucaults wenig überraschend.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 06.10.2011

Nur Gutes mag Götz Hamann über dieses Buch der Medienwissenschaftlerin Miriam Meckel sagen, die darin einen jener Computer zu Wort kommen lässt, die sich gerade die Menschheit einverleibt haben. Ein überzeugendes Statement zum Thema Big Data findet Hamann das, und wenn Meckel die menschliche Inkonsequenz brandmarkt, die sich nicht kontrollieren lassen will, aber freudig ihre Daten an soziale Netzwerke weitergibt, kommt der Rezensent regelrecht ins Säuseln: "Meckels Algorithmus hat offensichtlich Psychologie studiert." Zum Glück schlägt sich im Buch die Software selbst, das System stürzt ab, die Menschheit siegt.