Christian Haller

Im Park

Roman
Cover: Im Park
Luchterhand Literaturverlag, München 2008
ISBN 9783630872841
Gebunden, 190 Seiten, 17,95 EUR

Klappentext

Erst als er aus dem Krankenhaus in seine Wohnung zurückgekehrt ist, wird sich der Paläontologe Emile Ryffel bewusst, dass sich sein Leben für immer verändert hat. Denn in der Nacht zuvor musste er seine Frau, die engagierte Filmproduzentin Lia, mit Gehirnblutungen in die Universitätsklinik einliefern, wo sie seitdem im Koma liegt. Die Ärzte wissen nicht, ob sie jemals aus eigenen Kräften wieder leben kann. Und als wäre das nicht schon schwierig genug, hat er sich seit kurzem noch in Klara verliebt, eine junge Bekannte seiner Frau. Er weiß, dass er nach Lias Erkrankung die Affäre mit Klara eigentlich beenden sollte, und ist doch nicht fähig dazu. Denn so sehr er Lia liebt, ist er doch zugleich erfüllt von der Sehnsucht, aus den erstarrten Gewohnheiten seines Lebens auszubrechen und sich einmal wieder leicht zu fühlen und unbeschwert zu sein.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 14.10.2008

Laut Paul Jandl ist in Christian Hallers Roman "Im Park", in dem ein Mann zwischen seiner 18-jährigen Geliebten und seiner plötzlich ins Koma gefallenen Lebensgefährtin steht, mehr als eine gewöhnliche "Dreiecksgeschichte" zu entdecken. Denn der Schweizer Autor schürft darin nicht nur in den "Sedimenten des Lebens", indem er sich mäandernd seiner Geschichte und dem verschütteten Bewusstsein der im Koma Liegenden nähert. Er schreibt dabei auch eine "Geschichte über das Erzählen" selbst und untersucht die Sprache auf ihre verborgenen Schichten, erklärt der Rezensent. Ihn hat die Einfühlsamkeit, mit der er den Helden seiner bewusstlosen Partnerin wieder näher kommen lässt, berührt, und er verrät, dass es dazu auch einen autobiografischen Hintergrund gibt. Das verleihe dem Ganzen Glaubwürdigkeit, ohne einfach nur voyeuristisch zu sein, beteuert Jandl eingenommen. Der Rezensent zeigt sich sehr beeindruckt von diesem Roman und er würdigt Haller als "Paläontologen", der in seinem Buch präzise Schicht für Schicht die Lebensmuster seiner Protagonisten freilegt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.10.2008

Leider, muss Rezensent Alexander Kissler konstatieren, ist der Autor Christian Haller noch immer ein Geheimptipp. In seinem neuesten Buch "Im Park", das Kissler lieber als Novelle denn als Roman bezeichnet, ist der Paläontologe Emile gerade dabei, mit einer Liebesbeziehung zu einer Schülerin aus seinem versteinerten Leben auszubrechen, als seine langjährige Lebensgefährtin Lia durch einem Schlaganfall zum Pflegefall wird. Während sich Emile schuldbewusst um Lia kümmert, begibt er sich gleichzeitig in die Welt seiner jugendlichen Geliebten, die im Gegensatz zu seinem erstarrten Leben Lebendigkeit und Leidenschaft verspricht, fasst der Rezensent zusammen. Er lobt die "leise", in ihrer Präzision geradezu "musikalisch" konstruierte Geschichte und sieht darin die Erkenntnis des Paläontologen verdichtet, dass "erst der Schmerz Gegenwart schenkt".
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