Wie kaum ein anderer Autor des Realismus ist Adalbert Stifter in den letzten 25 Jahren grundlegenden Umdeutungen unterzogen worden. Zu seinem 150. Todestag bietet das Stifter-Handbuch nicht nur einen Überblick über sein Werk, dessen Entstehung und Rezeption sowie die verschiedenen Ansätze der literaturwissenschaftlichen Forschung, sondern setzt auch neue Akzente. Stifters Erzählungen, Romane und Aufsätze werden zum einen unter philologischen Gesichtspunkten und mit Blick auf neueste Forschungsergebnisse detailliert dargestellt, zum anderen in ihre poetologischen und ästhetischen Horizonte eingeordnet.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.01.2018
Tilman Spreckelsen sieht das von Christian Begemann und Davide Guirato herausgebene Stifter-Handbuch als Ergänzung sowohl der Werkausgabe als auch jeder Beschäftigung mit dem Autor. Der im Band enthaltene biografische Abriss zur Biografie, die Aufsätze zur Forschungsgeschichte jedes Werks, auch der weniger behandelten Schriften zum Theater und zur Kunst etwa, zeigen Spreckelsen, dass Stifter die genauere Betrachtung verdient, um mit dem Bild vom Heimatdichter endgültig aufzuräumen. Besonders instruktiv in diesem Zusammenhang erscheint Spreckelsen das Kapitel zum Begriff "Ordnung" im fünften Teil des Handbuchs. Auch die Betrachtung von Stifters malerischen Talenten findet der Rezensent verdienstvoll. Insgesamt überzeugt ihn der Band mit seinen mannigfachen Perspektiven auf den Autor.
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