In der deutschsprachigen Literatur des 19. Jahrhunderts sind Häuser mit ihren verschiedenen Räumlichkeiten und Einrichtungen allgegenwärtig. Allerdings machen sich gerade dort, wo ein geschlossenes "ganzes Haus" imaginiert wird, auffällige Instabilitäten in seinem baulichen Gefüge bemerkbar: Seine Fundamente tragen nicht, einzelne Zimmer gehen auf Reisen und Bücher ersetzen den Grundstein. Diese Studie geht anhand von Erzählungen Adalbert Stifters und anderer literarischer Texte jenen Konflikten nach, die um 1850 in der Materie des Hauses auftauchen, und versucht auf diese Weise, ein überaus wirksames kulturelles Phantasma in seinen kulturhistorischen Zusammenhängen zu beschreiben.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 24.10.2012
Ins Bodenlose gestoßen fühlt sich Malte Thran bei dieser, wie es scheint, doch äußerst akademisch orientierten Arbeit von Saskia Haag zum Thema Haus und Literatur im 19. Jahrhundert. Die Autorin versucht anhand verschiedener Topoi (Pförtner, Interieurs, Lauben etc.) bei Autoren wie Goethe, Keller oder Kafka eine "Krise des Hauses" nachzuweisen, reißt dazu laut Thran jedoch häufig allzu leichtfertig Motive aus ihren Kontexten, um sie ihrer These anzuverwandeln. Ferner entdeckt der Rezensent im Text unlogische Deutungsprämissen, schiefe Vergleiche und vage Beurteilungen, wo er begriffliche Notwendigkeit und wissenschaftliche Methodik erwartet hätte. Insgesamt findet er den Ertrag der Dissertation trotz einiger spannender Assoziationen doch eher gering.
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