Charles Nodier

Jean Sbogar

Roman
Cover: Jean Sbogar
Flur Verlag, Heidelberg 2024
ISBN 9783989651012
Gebunden, 248 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von August von Hogguer und Johannes Mumbauer, überarbeitet und ergänzt von Alexandra Beilharz. Die zarte Antonia, ein Mädchen aus reichem Haus, verliebt sich in den geheimnisvollen Lothario. Dieser erwidert ihre Liebe, doch er führt eine Doppelexistenz: Hinter Lothario verbirgt sich der berüchtigte Räuberhauptmann Jean Sbogar. Kann es eine gemeinsame Zukunft geben? Die Schauplätze diese Klassikers der französischen Literatur sind Venedig und die Umgebung von Triest zur Zeit der Napoleonischen Kriege. Naturbeschreibungen und Elemente der Schauerliteratur prägen das tragisch-romantische Werk, das Napoleon in nur einer Nacht auf Sankt Helena gelesen haben soll. Spannung verbunden mit einer Liebesgeschichte und einem dramatischen Ende - Ein Klassiker der französischen Literatur des 19. Jahrhunderts.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.05.2025

Rezensent Niklas Bender empfiehlt mit Nachdruck die Wiederentdeckung von Charles Nodiers Roman über den Räuber Jean Sbogar, nun in überarbeiteter Übersetzung erhältlich. Der Titelheld, ein romantischer Outlaw mit zwiegespaltener Identität, steht exemplarisch für eine französische Romantik, die in Deutschland lange unterschätzt wurde, lesen wir. In "kraftvoll und freimütig" formulierten Gedanken lebt Sbogar als der romantische Prototyp als gesellschaftlicher Außenseiter mit einer leidenschaftlichen Hingabe zur Natur. Die kränkelnde Adelige Antonia de Monteleone, die in Triest zu Beginn des 19. Jahrhunderts ein unglückliches Leben führt, begegnet dem edlen Räuber, der sein Aussehen allerdings stets verbirgt. Um weiteres Unglück zu vermeiden, wird Antonioa von ihrer Halbschwester nach Venedig gebracht, wo sie sich in den geheimnisvollen Lothario verliebt, der ihre Hand allerdings ausschlägt. Dramatische Ereignisse folgen, verrät uns der Rezensent, denn hinter Lothario verbirgt sich natürlich der Bandit Sbogar. Nodier entfaltet seine Geschichte in eindrucksvollen Tableaus des Wahnsinns und Verlusts, die im Kontrast zu den idyllischen  Naturbildern Venedigs stehen. Besonders hebt Bender hervor, dass die Verlegerin und Übersetzerin Alexandra Beilharz ein zentrales Kapitel zugänglich macht, das ältere Übersetzungen weggelassen hatten, "stilistisch überzeugend" findet Bender ihre Arbeit außerdem.  Nodiers Werk, stilistisch gemessen, sei nicht nur literaturhistorisch relevant, sondern auch erzählerisch fesselnd, bekräftigt der Rezensent abschließend.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 16.01.2025

Lange war Charles Nodiers Abenteuerroman von 1818 vergessen, jetzt hat die Heidelberger Romanistin Alexandra Beilharz dafür gesorgt, dass er in einer neuen Übersetzung vorliegt, freut sich Rezensent Peter Urban-Halle. Die Geschichte um den titelgebenden Räuber Sbogar bewegt sich, als eine Art Vorläufer der schwarzen Romantik, zwischen der Tragik des realen Lebens und dem schönen Reich der Fantasie; empfindsame, tiefsinnige Gespräche mit der begehrten Herzensdame Antonia stehen Seite an Seite mit den dunklen Geheimnissen des Protagonisten, so Urban-Halle. Er lobt zudem die Sprache, die mit ihrem "sanften Pathos" die Stimmung des Buches gut aufgreift. Nur ein erläuterndes Nachwort, das etwa die "Radikalität der Romantik" in den Blick nimmt, fehlt dem Kritiker abschließend.

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