Charles Lewinsky lässt die Figuren eines kleinen Dorfs zu einer so liebenswürdigen wie bösartigen Quadrille antreten. Psychologisch raffiniert und atmosphärisch dicht webt er ein Geflecht aus höchst lebendigen Intrigen und Verbrechen längst vergangener Tage. Der Autor des Bestsellers 'Melnitz' zeigt auch in 'Johannistag' sein brillantes erzählerisches Können.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.12.2007
Dem Erfolg seines furiosen Generationenromans "Melnitz" verdanken wir nun die Wiederauflage von Charles Lewinskys großartigem Krimi "Johannistag", freut sich Sabine Doering. Der Autor erzählt darin von einem deutschen Lehrer, der sich nach Frankreich in ein Dorf zurückgezogen hat, um dort Abstand von seinem Beruf und einer unglücklichen Liebe zu gewinnen und dabei Schuld und Verbrechen auf die Spur zu kommen, die bis in die Zeit der Resistance zurückreichen, erklärt die Rezensentin. Der Roman enthält alle Zutaten eines packenden Kriminalromans und glänzt dabei durch lebensnahe und berührende Figurenzeichnung, lobt Doering. Als besonderes Verdienst würdigt die Rezensentin, dass Lewinsky in seiner Geschichte keine altgedienten Klischees nationaler Zuschreibungen aufruft. Wenn er am Ende dann noch den Lehrer als "zwiespältige Figur" entlarvt, die offenbar vor einer Affäre mit einem Schulmädchen aus Deutschland geflohen ist, dann gewinnt der Krimi für die begeisterte Rezensentin einen "besonderen Reiz", der ihn zu etwas Besonderem macht.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 12.02.2007
Entdeckung! ruft Jörg Magenau. Und das, obgleich es sich um eine Neuauflage des Romans von Charles Lewinsky handelt und das Buch einen zu Beginn nicht unbedingt hinterm Ofen hervorlockt, wie Magenau zugibt. Aber dann. Dann entwickelt die Geschichte eines Fremden in der französischen Provinz einen "unwiderstehlichen" Sog. Zusammen mit dem Ich-Erzähler puzzelt Magenau mit Varianten der Wahrheit über dessen Innenwelt und die Außenwelt des rätselhaften Dorfgeschehens, geleitet von Lewinskys Text, seiner deutlichen, doch "unaufdringlichen" Struktur und der "metaphernreichen", zugleich "präzisen" Sprache.
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