Aus dem Französischen von Karin Krieger. Das Gefühlsleben von Chantal Pelletiers namenloser Stadtneurotikerin ist auf einem Tiefpunkt angekommen. Ihren Lebensgefährten Gasp hat sie bei einem Autounfall verloren, dessen groteske Umstände zum Lachen wären, wäre das Ganze nicht so tragisch. Ihr Job als Dialogregisseurin ist zur Routine geworden, ebenso wie ihre Affäre mit Ray, einem verheirateten Familienvater. Wirklich geborgen fühlt sie sich nur in ihrem kleinen Peugeot, der einst Gasp gehörte und der sie wie ein Panzer umgibt und beschützt. Als ihr dieser gestohlen wird, flüchtet sie sich schockiert unter die Bettdecke und würde am liebsten den Rest ihres Lebens im Schlafanzug vor dem Fernseher verbringen. Da klingelt es an der Tür, und vor ihr steht Romy Schneider.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 07.07.2004
Thomas Laux hatte sich schon gefreut, dass unter Frankreichs Autorinnen die Literatur der "narzisstisch überdrehten oder ins Pornografische gewendete Selbstfindungsprogramme" erst mal ausgedient hatte. Allerdings hat ihn die Lektüre von Chantal Pelletiers Roman arg ernüchtert: Was für eine dünne, künstlich aufgemotzte Geschichte! Die Erzählerin kriegt Besuch von einer Untoten, und zwar von Romy Schneider, die sich bei ihr niederlässt. Der Rezensent hat ja Verständnis dafür, dass man die Suche nach dem Selbst literarisch verklausuliert - doch in diesem Fall "zeugt das mit geringsten erzählerischen Mitteln aufbereitete Märchen von einer Geistesschlichtheit, die Peripetien oder existenzielle Dichte gar nicht erst zulässt". "Tage mit Romy", fährt er vernichtend fort, "ist ein Pausenfüller, ein therapeutisches Trostpflästerchen, harmlos und geschmacksneutral", und zudem voller Obszönitäten, die wohl das mindere Erzählvermögen kaschieren sollen. Fazit: Ohne Pornographie geht's scheinbar doch nicht mehr.
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