Celine Minard

Das große Spiel

Roman
Cover: Das große Spiel
Matthes und Seitz Berlin, Berlin 2018
ISBN 9783957575265
Gebunden, 192 Seiten, 20,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Nathalie Mälzer. Eine Hütte an einem Berghang in den Alpen, umgeben von Fels und karger Natur. Hier will eine Frau das Wesen der Einsamkeit erforschen. Sie erlegt sich die Einschränkungen des Alleinseins auf, um seine Freiheiten zu erfahren. Systematisch setzt sie sich mit ihrer Umgebung auseinander: erkundet, vermisst, pflanzt, erntet, trainiert Körper und Geist, trotzt dabei den immer extremeren Wetterverhältnissen. Jedes Mal, wenn die Felsmassen unter dem Donner erzittern, scheint das Ende der Welt ein Stück näher zu rücken - doch noch etwas anderes nähert sich ihr in ihrer Ausgesetztheit. Ein Mensch? Ein Tier? Was oder wer auch immer der Eindringling ist, zwischen den sturmumtosten Gipfeln, ausgesetzt dem rohen Spiel der Elemente, auf einem schmalen Grat zwischen Wahn und Erkenntnis, braut sich etwas zusammen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 05.02.2018

Rezensent Alex Rühle schaut staunend und bewundernd zu Céline Minard auf, wenn von einem radikalen Rückzug auf 2000 Meter Höhe erzählt, wo sich die Erzählerin in aller Einsamkeit die gewaltige Natur aneignet. Rühle feiert geradezu, wie scharfsinnig Minard Abenteuerroman und philosophisches Tagebuch verflicht, dabei mit Horrorelementen nicht spart und die Konfrontation mit der Natur unverfälscht und imposant schildert, ohne jemals einer Romantisierung zu verfallen. An der nüchternen Erzählweise der französischen Schriftstellerin, die von Western bis Sciencefiction alle Genres stilsicher zu beherrschen scheint, erkennt und schätzt Rühle: Hier geht es nicht um das Grübeln über den Sinn des Lebens im asketischen Rückzug, es geht um das Leben selbst. So besticht das Buch mit präzisen und klaren Sätzen, die die eigene Begeisterung der Autorin für das Klettern und die Berge spiegeln: "Jeder Handgriff sitzt, im Text wie im Gelände", hält Rühle überwältigt fest.
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