Jonathan Littell

In Stücken

Cover: In Stücken
Matthes und Seitz, Berlin 2013
ISBN 9783882210286
Gebunden, 59 Seiten, 14,90 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Hainer Kober. Wo verläuft die Grenze zwischen Traum und Wachen? Jonathan Littell führt den Leser in seinem an die Geschichten Borges und die Filme Godards oder Lynchs gemahnenden labyrinthischen Mikroroman in eine Welt, in der diese Grenze sich in einer Folge unendlicher Spiegelungen vervielfältigt. Der Ich-Erzähler gelangweilt, nervös, cool taumelt darin von Szenerie zu Szenerie ahnungsvoll einem dunklen Ende entgegen. Erotik, Traumsequenzen, unerklärliche Erscheinungen, ein Ausflug mit Freunden in eine kleine Provinzstadt und die Sorge um den kranken Sohn formen sich zu einem surrealen Kosmos, einen Wirbel aus Symbolen, Träumen, Bildern.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.05.2013

Ein bisschen bedrohlich wirkt das Traumszenario in diesem kleinen neuen Buch von Jonathan Littell schon auf den Rezensenten. Doch Thomas Laux genießt auch die Spannung und die vielen "betörenden" Szenen, die Littells surreale Prosa ihm beschert. Wie der Autor eine Welt in Auflösung zeigt, zunehmende Verunsicherungen darstellt, erinnert den Rezensenten an das Werk Marcel Béalus. Die Konsequenz der Darstellung hält er für überzeugend und das Buch für mehr als eine Fingerübung.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.04.2013

Rezensentin Lena Bopp scheut sich nach der Lektüre von Jonathan Littells neuer Erzählung "In Stücken" nicht, den Vergleich zu Franz Kafkas Werk "Die Verwandlung" zu ziehen. Ähnlich rätselhaft erscheint ihr auch Littells Werk, das sie mit vielen Fragen - etwa jener nach der Herkunft des Erzählers oder dem Verhältnis von Traum und Wirklichkeit - im Dunklen lässt. Fast möchte die Kritikerin annehmen, es handele sich bei diesem schmalen, "edel" gestalteten Band, der nur in einer limitierten Auflage von 1000 Exemplaren erschienen ist, um eine "Fingerübung" des Autors. Bald muss sie allerdings feststellen, dass die zusammenhanglose Handlung und die fehlende psychologische Zeichnung der Figuren perfekt auf die beinahe kindlich naive Beobachtungsgabe des Erzählers abgestimmt sind. Und bei Littells feinem und reizvollem Schreibstil gerät Bopp ohnehin ins Schwärmen.
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