Cecile Wajsbrot

Eclipse

Roman
Cover: Eclipse
Matthes und Seitz Berlin, Berlin 2016
ISBN 9783957572639
Gebunden, 232 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Nathalie Mälzer. In ihrem Pariser Stammcafé sitzend, hört die Erzählerin, eine Fotografin, ein Lied, dessen Melodie sie mit sich zieht und sie tief in Gedanken versinken lässt. Vergessen geglaubte Erinnerungen an Liebschaften und Orte, die Glück, Schmerz oder Trauer bedeuteten, werden wach. Es sind Lieder wie "Total Eclipse of my heart", "Famous blue raincoat" oder "Diamonds and rust", die sie in einer Schaffenskrise treffen wie ein Blitz. Ihre Vergangenheit holt sie ein, Gedanken über die Welt, die Lieder und deren Entstehungsgeschichten, versprengtes Wissen formt sie zu etwas Neuem, das ihr den Weg in die Zukunft weist. Eine zufällige Begegnung verspricht neue Liebe: Leben und Kunst verschränken sich.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 10.08.2016

Dieser Roman ist dem Rezensenten Eberhard Geisler spürbar nahe gegangen. Die französische Schriftstellerin Cécile Wajsbrot erzählt von einer Fotografin, die allein in Paris lebt. Einsam, Bäume fotografierend, sich an alte Popsongs erinnernd, die ihr emotionalen Halt geben. Und dann sind da noch die täglichen Einkäufe, das Warten in der Schlange beim Bäcker, das allein ihr ein Gefühl von Gemeinschaft geben kann. Hier kommt es ganz darauf an, wie diese Einsamkeit beschrieben wird und Cecile Wajsbrot entwickelt darin eine "imponierende Meisterschaft", lobt der Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 26.05.2016

Cécile Wajsbrots wichtigstes Thema ist die andauernde Vergangenheit, die sie in ihrem neuen Roman "Eclipse" einer flüchtigen, immerzu in der Fortbewegung verschwimmenden Gegenwart gegenüber stellt, erklärt Rezensent Moritz Scheper. Passenderweise ist die Erzählerin Fotografin, die noch dazu ganz anachronistisch in Pariser Cafés ihr intellektuelles Leben fristet, verrät der Rezensent. Sie leidet unter einer vergangenen Liebe, die sie nicht loslässt, und dokumentiert mit ihren Fotografien die Gegenwart, nicht unähnlich einer Daguerreotypie, erklärt Scheper. Wer nicht weiß, was das ist, sucht vielleicht im Internet danach, rät der Rezensent, denn gerade das ist eine weitere beeindruckende Dimension dieses Buches, findet er: es tendiert zum Hypertext, ständig möchte man nachschlagen, Bilder angucken, Lieder hören, so provoziert Wajsbrot die unausgesetzte Aktualisierung der Vergangenheit.