dtv, München 2026
ISBN
9783423650526 Paperback, 304 Seiten, 18,00
EUR
Klappentext
Anu Stohner. Die Farben der Rebellion sind bunt! Nachdem die letzte Biene ausgestorben ist, gerät die Welt aus den Fugen. Im Alter von elf Jahren werden Mädchen in Camps gezwungen, wo sie per Hand die Blüten der Obstbäume bestäuben. Kaum gebärfähig, werden sie verheiratet. Jess ist eines dieser Mädchen. Sie kennt die Welt vor dem Kollaps aus Büchern und liebt die Natur. Frei will sie sein, leben! Und schon lange weiß sie, dass Pinsel nicht zum Bestäuben von Pflanzen erfunden wurden. Als sie eines Tages zufällig an Farbtuben gerät, schleicht sie sich aus dem Camp und malt ein leuchtendes Bild an die große Mauer. In den anderen Mädchen entfacht sie damit den Funken der Rebellion. Und einmal gedacht, lässt sich der Gedanke der Freiheit nicht mehr unterdrücken.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.09.2026
Caryl Lewis' Jugendroman hat sich ein ambitioniertes Programm vorgenommen, findet Rezensent Michael Schmitt: Protagonistin Jess ist eine Außenseiterin, die in einem dystopischen Staat lebt, in dem junge Mädchen erst einmal ein paar Jahre Arbeitslager hinter sich bringen müssen. Die Mädchen schwanken zwischen Solidarität und Rivalität, das Regime ist gewaltvoll, die Umwelt hinüber, Bienen zum Beispiel sind längst ausgestorben, so Schmitt. Die Geschichte ist für ihn klar von Dystopien wie Margaret Atwoods "Handmaid's Tale" inspiriert, aber es gibt auch Hoffnung: Jess malt sich aus, wie sie fliehen und freier leben kann. Der Kritiker erkennt hier viele gelungene intertextuelle Bezüge und freut sich besonders über die "einfühlsame Ausgestaltung" der Beziehungen zwischen den jungen Mädchen. Auch die Bedrohungen, die vom Regime ausgehen, bringt Lewis für ihn eindrücklich rüber. Gerne hätte er noch mehr über die Welt drumherum erfahren, in der so ein dystopischer Staat gedeihen kann, das bleibt etwas schemenhaft, wie er abschließend schreibt.
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