Die bundesweite Kampagne "Fragemauer" des European Leadership Network (ELNET) informiert auf humorvolle Art und Weise über jüdisches Leben und den Staat Israel. Gleichzeitig lädt sie zum Dialog ein und sammelt auf der Webseite www.fragemauer.de Hunderte von Fragen. Dieses Buch fasst die hundert wichtigsten Antworten zusammen. Die Fragemauer wurde vor dem Hintergrund 2.641 judenfeindlicher Straftaten im Jahr 2022 in Deutschland ins Leben gerufen. Die Antwort darauf: 2.641 Fragen und Antworten gegen Hass, Diskriminierung und Unwissen an der Fragemauer. Die vom Bundeskriminalamt verzeichneten antisemitischen Straftaten sind jedoch nur die Spitze des Eisbergs. Seit dem 7. Oktober 2023 ist ein Aufflammen des Judenhasses festzustellen, der in Folge des Terrorangriffs der Hamas auf Israel und dem daraus resultierenden Krieg offen und schonungslos auch auf deutschen Straßen auftritt. Israelbezogener Antisemitismus gilt längst als wirkungsmächtigste Form von Judenfeindlichkeit, der offensiv begegnet werden muss.
Nach dem 07. Oktober hat das jüdische Denkkollektiv European Leadership Network eine Website namens "fragemauer.de" ins Leben gerufen, auf der allerhand Fragen zum Judentum gestellt werden können, die Antworten auf hundert dieser Fragen kann Rezensent Jens Rosbach jetzt in dem von Carsten Ovens herausgegebenen Band lesen. So lasse sich beispielsweise der Unterschied zwischen einem jüdischen Witz (humorvoll) und einem Judenwitz (diffamierend) lernen. Die Fragen, die den Alltag zwischen Sexualität und Schläfenlocken behandeln, werden Rosbach zufolge spannend und aufschlussreich beantworten, doch die Fragen zu politischen Themen wie einer möglichen Zwei-Staaten-Lösung oder auch der Zusammenarbeit einiger Juden mit der Stasi werden für ihn nicht zufriedenstellend beantwortet und decken die Komplexität des Problems nicht ganz ab. Dennoch "flüssig geschrieben und kurzweilig", resümiert der Kritiker.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.08.2024
Das Projekt "Die Fragemauer" der Organisation European Leadership Network (ELNET), eine im Sommer 2023 gestartete Kampagne gegen Antisemitismus, die über jüdisches Leben und Israel aufklären möchte, gewann durch den 7. Oktober an schmerzlicher Aktualität - gut, dass nun hundert Fragen und Antworten in Buchform vorliegen, meint Rezensentin Theresa Weiß. Das angenehm "niedrigschwellige" Buch liest sie als kompaktes Überblickswerk zum Judentum - und als Handreichung gegen Antisemitismus. Die Kritikerin erfährt hier etwa in knappen und nüchternen Erklärungen, was die Protokolle der Weisen von Zion sind, woher antisemitische Stereotype wie jenes der "jüdischen Hakennase" kommen oder wer George Soros ist. Ein wichtiges politisches Buch, das die Rezensentin vor allem jüngeren Lesern empfiehlt.
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