Eine junge Frau verliert die Kontrolle über ihr Leben, ihre Gefühle, ihre Sprache und ihren Körper. Zugleich sind ihre Wahrnehmungen gestochen scharf wie die Scherbe, die sie sich unter die Haut drücken will. In einer "Anstalt" soll sie ihre Wutausbrüche in den Griff bekommen. Während ihre einzige Bezugsperson, Mark, kurz vor seiner Entlassung steht, denkt sie vermehrt über einen Aufbruch nach. Ina, die zweite Figur der Geschichte, ist bereits aufgebrochen, nach Sibirien. Dort möchte sie an einer Winterstraße eine Raststätte betreiben, doch stehen ihr zuerst ein raues Leben und Abenteuer mit dem undurchsichtigen Boris bevor. Dass sie in eine Falle getappt ist, merkt sie zu spät.
Rezensentin Marlen Hobrack vergisst die Frage nach einem Ziel und nach der Verlässlichkeit der Erzählinstanz beim Lesen von Carolina Schuttis Roman über zwei Frauen in der Isolation. Zu traumartig und rätselhaft scheint ihr das Erzählte. Als Kontrast dazu dient laut Hobrack eine sehr nüchterne, tastende Sprache, die die Leserin an die Empfindungen und Erlebnisse der Figuren heranführt. Für die Rezensentin ein handwerklich souveräner Text.
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