Auch wenn der Titel es nahelegen könnte: schaurige Spukgeschichten wird man in Bernhard Strobels viertem Erzählband nicht finden - Gespenster und Doppelgänger hingegen schon, auch Heimsuchungen und manches Unerklärliche. Es geht um Konfliktsituationen in Familie und Partnerschaft sowie um Verlusterfahrungen und das Leben im Alter: Nach dem Tod seiner Frau zieht ein Mann in eine fremde Ortschaft und wird Teil eines Kriminalfalls; der Besuch einer Theateraufführung zieht ein ganz anderes Beziehungstheater nach sich; ein Mann in den Vierzigern macht am Grab seiner Frau eine Begegnung der gespenstischen Art; eine Jugendliche sucht ihren eigenen Weg, um die Großmutter zu trauern; wie ein schlechtes Omen lässt sich das mysteriöse Auftauchen von Steinen im Ehebett deuten …
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.10.2021
Was geht da vor?, fragt sich Rezensentin Irene Bazinger ein ums andere Mal beim Lesen von Bernhard Strobels Erzählungen, die laut Rezensentin gekonnt das Zwischenreich zwischen Sein und Schein erkunden. Ohne dass Strobel auf Gruseleffekte und Gespenster setzen müsste, wird der Autorin beim Lesen mulmig, löst sich das Verständnis der Leserin in Luft auf angesichts von rätselhaften Begegnungen und Wahrnehmungsverschiebungen in den Geschichten. Der Clou ist für Bazinger die sachliche, schnörkellose Erzählweise, ein faszinierender Minimalismus, meint sie, der nur locker mit Freud und seiner Verdrängungstheorie kokettiert, aber höchst effektvoll, findet sie.
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