Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 21.02.2002
Als Grenzgänger und "hoch bewussten 'Minderdichter'" bezeichnet der Rezensent seinen Namensvetter Dominik Steiger. Dass dies als Lob gemeint ist, macht Bruno Steiger indessen sogleich deutlich. Denn was der Autor auf dem Grat zwischen Ratio und Phantastik zustande bringt, hält er für ebenso tollkühn wie erleuchtend. Tollkühn in seiner Vagheit und Subjektivität ("das Inkommensurable ist angesagt"), und erleuchtend insofern, als die Prosaminiaturen "unsere irgendwo im Unbewussten angesiedelten elementaren Sprachenergien" ablichten. Da kommt es dem Rezensenten regelrecht schade vor, dass sich bei wiederholter Lektüre der Texte ein Sinn einzuschleichen beginnt: "Es schmälert das Vergnügen an der oft melancholisch-witzigen Fremdheit dieser gegen den Beliebigkeits- wie gegen jeden Ironieverdacht souverän abgedichteten 'Sinngummis'".
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