Antonio Fian

Man kann nicht alles wissen

Dramolette, Band 5
Cover: Man kann nicht alles wissen
Droschl Verlag, Graz 2011
ISBN 9783854207801
Gebunden, 187 Seiten, 19,00 EUR

Klappentext

In den mehr als 80 Dramoletten von Man kann nicht alles wissen begegnen wir wieder den vielen Facetten des österreichischen Wesens bzw. Unwesens, den Wortführern im politischen und kulturellen Feld, wir erleben Hermann Nitschs Verwandlung vom Knaben zum Künstler und lesen ein neues Interview mit Norbert Gstrein. Aber nicht nur Politiker und Künstler reden gemeinen, eitlen oder auch gefährlichen Unsinn; dem genauen Zuhörer Fian begegnet dasselbe je nach Bedarf schwache, schlaue oder wahnsinnige Denken auch im Alltag: Ökonomische Theorie an der Supermarktkassa, Anzengruber im Süd- und Nordtirol der Gegenwart, Rauchen, Trinken und Essen unter veränderten gesundheitspolitischen Bedingungen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 31.05.2011

Antonio Fian ist laut Karl-Markus Gauß in Österreich längst eine "Institution", wenn es darum geht, den ganz normalen österreichischen Wahnsinn in seinen für "Falter" und "Standard" geschriebenen Dramoletten festzuhalten. Dass es trotz gewisser Lieblingsfeinde auch in dieser fünften Sammlung nicht zu vorhersehbaren Anwürfen kommt, rechnet ihm der Rezensent hoch an. Völlig verfehlt findet Gauß den häufig vorgebrachten Vergleich mit Thomas Bernhard, nicht zuletzt deshalb, weil die absurdesten Einfälle sich in den Minutenstücken, etwas die Bezeichnung Mohammeds als Kinderschänder durch eine FPÖ-Abgeordnete, als Zitate erweisen, wie der Rezensent betont. Der surreale Zug, der den Dramoletten eignet, ist also der österreichischen, besonders der Kärntnerischen Realität geschuldet, stellt Gauß klar. Dem heute in Wien lebenden Kärntner Autor geht es im Kern stets um die politische Dummheit, die er ungeachtet der politischen Position gnadenlos und ziemlich komisch herausstellt, so der Rezensent eingenommen.

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