An der Jahreswende 1942/43 ereignet sich eines der größten Dramen des Krieges: 250.000 deutsche Soldaten werden in Stalingrad von der Roten Armee eingeschlossen. Carl Schüddekopf erzählt acht Geschichten junger Männer, aus unterschiedlichsten Berufen und von unterschiedlichster Herkunft, die plötzlich in ein unvorstellbares Geschehen geworfen werden. Langsam, innerhalb von drei Monaten, wird der Ring immer enger gezogen. Ausbruchsversuche werden von der Führung nicht genehmigt, Kapitulation verboten. Und so nimmt das Leiden seinen Fortgang: Ständige Todesgefahr, Hunger und Krankheiten quälen die Eingeschlossenen. Etwa 5.000 Männer werden am Ende nach Deutschland zurückkehren. Schüddekopf läßt Überlebende, die letzten Zeitzeugen, ohne Vorgaben oder Einschränkungen ihre Schicksale erzählen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 23.06.2003
Über die Jahrzehnte ist zu Stalingrad ja nun schon eine "üppige Erlebnisliteratur ins Kraut" geschossen, "endlose Reihen von Ich-war-dabei-Berichten" sind entstanden, meint Oliver Schmidt, und fragt: "Warum also dieses Buch?" Im Ergebnis jedoch hält er es dann doch für zumindest berechtigt. Die erstrebte Perspektive auf "Soldatenleben und Soldatenleiden aus Sicht der Betroffenen" sei hier, unter anderem dank der umsichtigen Auswahl der Befragten durch den Autor, tatsächlich gelungen. Manchmal kommt das zwar "etwas naiv daher", bemängelt der Rezensent dann noch, aber "eben das war auch die Absicht des Autors; etwas anderes wird er wohl kaum erwartet haben."
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