Die Besetzung der Häuser in der Hafenstraße verursachte anderthalb Jahrzehnte lang großangelegte Polizeieinsätze und politische Grabenkriege in Hamburg. Schließlich endete eine der heftigsten Auseinandersetzungen über die Art und Weise, wie man in einer Stadt leben soll und will, mit einem Kompromiß der verfeindeten Parteien - es wurde ein Vertrag geschlossen, der bis heute gilt. Aus eigenen Impressionen, Reflexionen, persönlichen Erinnerungen, Pressestimmen und Interviews sowohl mit den Bewohnern der Hafenstraße als auch mit ihren Nachbarn, mit Polizisten und Politikern entwirft Mallet ein Bild vom heutigen Leben in der Hafenstraße. Er berichtet von seinen schwierigen Annäherungsversuchen, von philosophischen Gesprächen, vom Essen in der Volksküche und Feiern im Hafen, von Gremien und Vollver-sammlungen und schließlich von der Besetzung des Hafenkrankenhauses 1997, bei der er selbst beteiligt war.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 26.02.2001
Begrüßt Ralf Husemann zunächst das Buch über die Bewohner der legendären Hamburger Hafenstraße, ist er dann doch ziemlich enttäuscht, denn es hat, wie er moniert, nur "beschränkten Erkenntniswert". Der Autor, ein ehemaliger Schulleiter der über zwei Jahre hinweg engen Kontakt zu den Bewohnern hielt, habe sich "allzu sehr von der Exotik" betören lassen, die die Hafenstraße für Außenstehende ausstrahle. Deshalb neige er zu stereotypen Urteilen, wie beispielsweise seine Anmerkungen zum "stets köstlichen" Essen der immer schmutzigen "Volxküche", so der Rezensent tadelnd.
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