Camille de Toledo

Goodbye Tristesse

Bekenntnisse eines unbequemen Zeitgenossen
Cover: Goodbye Tristesse
Tropen Verlag, Berlin 2005
ISBN 9783932170768
Gebunden, 192 Seiten, 18,80 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Jana Hensel. Goodbye Tristesse ist ein leidenschaftliches Pamphlet über das Leben in den Zeiten der Globalisierung, die jede Form der Rebellion zu einem Teil des Marktes hat werden lassen.Wie kann es sein, dass uns heute der Kauf eines neuen Billy-Regals mehr beschäftigt als die richtige Lebenseinstellung? Diese Frage stellt Camille de Toledo angesichts der allgemein vorherrschenden gesellschaftlichen Gleichgültigkeit. Für ihn kann einzig der Abschied vom Zynismus, hin zu einer neuen Form politischer Unschuld, die das Wagnis eines aufrichtigen Widerstands gegen die Zwänge des Kapitalismus eingeht.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 04.01.2006

Sascha Michel findet die Kapitalismuskritik, die Camille des Toledo im vorliegenden Buch ausbreitet, zwar durchaus bedenkenswert, am Ende aber erscheint sie ihm allzu "harmlos und naiv", als dass er damit etwas anfangen könnte. Toledo, der für eine "Romantik mit offenen Augen" plädiert, richtet seine Kritik an die "Hässlichkeit und Leere kapitalistischer Lebenswelten", erklärt der Rezensent, weshalb er keine "konzisen Analysen" der Verhältnisse bietet, sondern vielmehr sein Augenmerk auf die "Evidenz typologischer" Erscheinungen lenkt. Michel gefällt, dass der französische Autor auch die "eigene Verstrickung" in das kapitalistische System zu erkennen vermag und so vor einem "blinden Romantizismus" geschützt ist. Die aktuelle Relevanz des Buches sieht der Rezensent darin, dass Toledo die Beteiligung der "Linken" am herrschenden Kapitalismus aufzeigt und ihre revolutionären Projekte zu Grabe trägt. Allerdings kann er sich bereits mit der Ausgangsthese, der Kapitalismus lasse kein "Außerhalb" zu, nicht anfreunden und meint, dass Toledos "totalisierende Kritik" bereits hier "in sich widersprüchlich" ist. Auch stört ihn, dass diese rein "ästhetische Kritik", indem sie sich weigert, Analysen der "gesellschaftlichen Widersprüche" mit einzubeziehen, wirkungslos bleibt.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 19.10.2005

Die Rezensentin Nadja Geer findet das gedankliche Universum des 25-jährigen Millionenerben und Attac-Sympathisanten Camille de Toledo wenig substanziell - auch wenn sein Rückblick auf die Theoriekonstrukte der kulturalistisch denkenden Linken der letzten 20 Jahre ihrer Meinung nach recht lesenswert ist: Insbesondere das "gelungene Deleuze-Bashing", das den mittleren Teil des Essays ausmacht, lässt ihn aufhorchen, das auch das stellenweise zu Tage tretende Pathos des Autors fast in den Hintergrund treten lässt. Umso bedauerlicher ist es in den Augen der Rezensentin, dass der darauf folgende Gegenentwurf zum "Massendandyismus" der Poplinken weder präzise noch stichhaltig ist: "Genau hier kippt die bis dato lesenswerte Theorierückschau um in reine Dampfplauderei." Und am Ende laufe die Argumentation auf Altbekanntes hinaus: die "Ästhetisierung de Rebellion". Eine politische Vision ist dieser Ansatz nach Geers Meinung auf keinen Fall.

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