Aus dem amerikanischen Englisch von Eva Regul. Eat the Rich. Aber wen fressen die Reichen? Und ist leidenschaftlicher Genuss verwerflich in einer sterbenden Welt ohne Zukunft? C Pam Zhang erzählt in ihrem neuen Roman von einer jungen Köchin, die ihrer Verlorenheit durch einen Job in einer dekadenten Kolonie auf einem Berggipfel entflieht. All das Verschwundene existiert hier noch: die frischesten Erdbeeren, Gemüse, richtige Butter, das Fleisch längst ausgestorbener Tierarten - und das Verlangen einer anderen Frau. Sie begegnet einem neuen Leben, Privilegien, brutalem Luxus - aber vor allem dem Kampf um Macht, Identität und Zeit. Denn letztlich geht es nur um eines: Fressen oder gefressen werden?
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 24.01.2024
Für ihren neuen Roman nimmt sich C Pam Zhang "Anleihen" an amerikanischen Weltuntergangsfilmen, so Rezensentin Claudia Kramatschek. Hier geht es um eine Dystopie, in der ein geheimnisvoller Smog alle Lebensmittel vergiftet und eingehen lässt, was zu einem kleinen elitären Labor in Italien führt, das mit Hilfe von genetischen Methoden Nahrung herstellt und somit Genuss, resümiert Kramatschek. Genuss sei auch das Ziel der Ich-Erzählerin, die als Köchin im Labor anheuert und dafür in die unethischen Machenschaften des Labor-Personals hineingezogen wird. Dieses Sujet lässt den Leser mit vielen Fragen zurück, besonders nach dem Wert von Genuss in Zeiten "globaler Katastrophen", meint Kramatschek. Doch besonders die Art wie Zhang die Konflikte ihrer Figuren ins Innere verlegt und diese mit "kühner Opulenz" zu beschreiben weiß, gefällt der Kritikerin. Da nimmt sich auch ein paar Längen gern in Kauf.
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