Klappentext
Aus dem Englischen von Andreas Wirthensohn. Evan Osnos nimmt uns mit in die Welt der Superreichen: Sehr lange Yachten, extravagante Partys, katastrophensichere Luxusbunker, Wirtschaftskriminalität jeder Art und immenser politischer Einfluss - so lebt eine privilegierte Schicht, die nicht nur ihre Bodenhaftung verloren, sondern auch jegliches Wertesystem über Bord geworfen hat. Für die kleine, verschworene Gemeinschaft rund um die größten Yachten der Welt hat die Messe in Palm Beach die vielversprechende Aura eines Trainingslagers nach der Winterpause. Zu Beginn der Sommersaison bietet sie Maklern, Bootsbauern und Eignern die Gelegenheit, sich einen Eindruck von den neuesten Produkten zu verschaffen und Informationen zu sammeln: Wer steigt ein? Wer steigt aus? Und am dringlichsten: Wer hat ein Auge auf ein größeres Boot geworfen? An den Docks sortieren Makler die Menschenmenge nach ihrem Potenzial.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 23.03.2026
Der Historiker und Literaturwissenschaftler Gerrit ter Horst begibt sich mit New Yorker-Journalist Evan Osnos auf die Spuren der oligarchischen Luxus-Prepper, denen Trump Tür und Tor geöffnet hat. Osnos hat hier einige seiner Texte zusammengestellt, in denen er Messen für Luxusyachten und Privatkonzerte besucht und sich mit ultrareichen Preppern unterhält, ter Horst liest hier die Berichte eines Besorgten, die ihn an den dekadenten Untergang des Römischen Reichs erinnern. Besonders die Yachten sind Symbolbild für den irren Reichtum, beinahe wäre für Bezos' Bonzen-Schiff ja mal eine denkmalgeschützte Brücke abgebaut worden, erinnert der Kritiker. Die besondere Stärke des Autors ist dem Kritiker zufolge, mit einem Text die Fäden mehrerer Themen zusammenzuführen, so zum Beispiel bei Flo Rida, dessen Privatkonzert auf einer Bar Mitzwa gleichermaßen etwas über die Unterhaltung der Superreichen wie über die Probleme der Musikindustrie verrät. Dass es strukturelle Gründe für den Anwuchs an Superreichtum gibt, lernt nicht nur Osnos bei einer Selbsthilfe-Gruppe für Wirtschaftsbetrug, sondern auch der von diesem Buch überzeugte Rezensent.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.03.2026
Rezensent Helmut Meyer erfährt bei Evan Osnos Wissenswertes über das Phänomen der Ultrareichen. Die zwischen 2018 und 2024 im "New Yorker" veröffentlichten Texte befassen sich laut Meyer mit Super- und Gigayachten als Symbol für die Kategorie der Ultrareichen, mit den Playern und Profiteuren dieser Welt und mit der Entwicklung an Connecticuts Gold Coast. Auch ohne neue Einsichten sind die Texte für Meyer aufschlussreich, etwa indem sie den Zusammenhang zwischen "big money" und politischer Macht erkennen lassen. Überzeugend findet er das Arrangement der Stimmen und die zurückhaltende, aber eindeutige Positionierung des Autors zu seinem Recherchematerial. Indem Osnos die Fakten sprechen lässt, offenbart sich für den Leser die Fragwürdigkeit der geschilderten Entwicklungen, findet Meyer.
Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 28.02.2026
Rezensentin Nina Brink schaudert es bei der Lektüre dieses Buches über die neuen Superreichen. Evan Osnos hat sie in Orten wie Palm Beach oder Monte Carlo ausfindig gemacht und zeigt auf, welch seltsame Blüten die derzeitige extreme Kapitalakkumulation weniger Einzelner treibt. Unter anderem gibt es eine neue Demarkationslinie zwischen lediglich Reichen und Superreichen: Wer es wirklich in den Bezos-Musk-Zuckerberg-Club geschafft hat, besitzt eine viele Millionen teure Yacht. Auf der die Superreichen, die auch jede Menge politische Macht haben, sich gleichzeitig vor kommenden Krisen zu schützen versuchen. Superprepper gewissermaßen. Brink, die das Buch mit einigem Gewinn gelesen hat, kann all das kaum glauben.
Buch in der Debatte
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