Klappentext

April 1945. Es sind die letzten Stunden, bevor die Hölle losbricht in Berlin und der Häuserkampf beginnt. Die letzten Tage, bevor alles vorbei ist. Der Krieg. Das Gebrüll und Geschrei, die Befehle und die Angst. Aber vorher müssen Fritz und Schultz noch einen Auftrag erfüllen. Und der führt sie mitten hinein ins Zentrum der Gefahr. Burghart Klaußner erzählt in seinem Romandebüt von zwei Männern, die es geschafft haben, den Krieg zu überleben, indem sie den Kopf unten hielten. Und die es auf den letzten Metern dann doch noch kalt erwischt: Sie erhalten den Auftrag, die Geldkasse ihrer Einheit ins Reichsluftfahrtministerium zu bringen. Nach Berlin-Mitte - einmal quer durch die zerschossene Stadt. Und das einzige Beförderungsmittel, das sie haben, sind ihre klapprigen Fahrräder.
"Vor dem Anfang" ist die Geschichte einer unfreiwilligen Schicksalsgemeinschaft zweier Menschen, die unterschiedlicher kaum sein könnten, aber plötzlich aufeinander angewiesen sind, auf Gedeih und Verderb. Und Fritz hat einen Plan: sich durchschlagen bis zum Wannsee, wo sein Segelschiff liegt aus besseren Tagen, auf dem er sich verstecken will, bis der Sturm vorüber ist.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.10.2018

Rezensentin Verena Mayer räumt ein, dass Burghart Klaußners Debütroman literarisch nicht viel reißt. Grobe Figuren, laienhafte Sprache. Thematisch allerdings nimmt sie das Buch mit. Wenn Klaußner einen Berliner Familienvater auf Odyssee durch das Chaos der letzten Kriegstage schickt, tun sich Abgründe auf, meint sie, und der Leser weiß nicht, wohin der nächste Schritt führt. So populär das Kriegsende gerade in der Literatur ist, so wichtig erscheint Mayer jeder Versuch, das Schweigen der Kriegsgeneration zu brechen.
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Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 04.10.2018

Burghart Klaußner ist nicht nur Schauspieler, Regisseur und Sänger, sondern nun auch noch Romancier - und zwar gar kein schlechter, wenn man Rezensent Tobias Lehmkuhl glauben will. Die Handlung seines kompakten Debütromans hat der Autor im Berlin des ausgehenden Krieges angesiedelt, erklärt Lehmkuhl. Souverän erzähle Klaußner die Geschichte eines eigenbrödlerischen jungen Mannes, der im umkämpften Berlin 1945 mit seinem Kumpel Schulze einen letzten Auftrag erfüllen muss, bevor er sich auf sein Boot und an den "Rand des Weltgeschehens" zurückziehen und auf das Ende des Krieges - oder eher: den Neuanfang warten kann, den er schon kommen spüren kann. Wie Klaußner alle Klischee-Fallen umgeht und der Erzählung mit leichthändiger Sprache Authentizität verleiht, hat dem Rezensenten gut gefallen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.09.2018

In seinem Romandebüt beschreibt der Schauspieler Burghart Klaußner laut Rezensent Simon Strauß, wie sich der "Frontausweichler" Fritz in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs durch das brennende Berlin schlägt, um sein geliebtes Segelboot auf dem Wannsee zu erreichen, das für ihn Heimat und Wiege ist. Strauß hat den Roman nicht nur wegen der, wie er findet, liebevollen Beschreibungen des Segelns gerne gelesen. Gut gefallen hat ihm auch eine "gewisse Wurschtigkeit" - warum kein Glas Schnaps, wenn man sowieso vor die Hunde geht? -, mit der die knurrige Hauptfigur der apokalyptischen Stimmung begegnet. Ein erfrischend "unprätentiöses" Buch über die letzten Kriegstagen, lobt der Rezensent.
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