Die Untersuchung bietet eine Geschichte jener Begriffe und Strategien, mit denen sowohl Philosophen und Theoretiker als auch Dichter und Schriftsteller den Wahrheitsanspruch von Literatur formulierten. Der Autor verfolgt die Diskussion - nach einer kursorischen Betrachtung ihrer Vorgeschichte seit Platon - ab dem 18. Jahrhundert, in dem die deutsche Literatur ihren Anspruch auf Wahrheit neu geltend machen konnte. Die drei Hauptkapitel der Arbeit widmen sich chronologisch dem 18., 19. und 20. Jahrhundert und werden jeweils mit einer Bilanz der Ergebnisse abgerundet. Auf diese Weise gewinnt die Untersuchung mit ihren textnahen Interpretationen zugleich Handbuch-Charakter. Sie bietet ein Spektrum von verschiedenen Begriffsbestimmungs-Konzepten, die Möglichkeiten literarischer Wahrheiten abstecken. Die perspektivenreiche, zugleich strenge und dabei zugleich ihre eigene Stringenz ironisch kontrollierende Untersuchung schlägt aus dem gewissermaßen trockenen Thema überraschende Funken und kommt mit ihrem essayistischen Stil dem Leser freundlich entgegen.
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