Aus dem Englischen von Anne Emmert. Wie kommt es, dass der Mensch eine derartig besondere Beziehung zu einem Wesen eingegangen ist, das auf den ersten Blick ein vollkommen ungeeigneter Verbündeter zu sein scheint? Und wo liegt der Ursprung der tiefen Verbindung über die Grenzen der Spezies hinweg? Der renommierte Humangenetiker Bryan Sykes zeigt, dass alle modernen Hunderassen, die wir heute kennen - von Deutscher Dogge bis Chihuahua -, vom Wolf abstammen und belegt, wie eng verwoben die Entwicklung der Vierbeiner mit der des Menschen ist. Denn erst als früher Homo sapiens und Wolf sich vor Zehntausenden Jahren zusammentaten und begannen, gemeinsam zu jagen, waren sie wirklich erfolgreich. Diese einzigartige Koevolution war für beide Spezies entscheidend. Sykes verfolgt die genetische Entwicklung bis zur Domestizierung und modernen Züchtung verschiedener Hunderassen nach und erläutert, wie der Homo sapiens die Position unangefochtener Herrschaft erlangen konnte, in der wir uns heute befinden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.2019
Rezensent Thomas Weber lernt in dem Buch des Genetikers Brian Sykes die Geschichte zwischen Mensch und Hund genauer kennen. Kompetent und lehrreich findet er, wie der Autor die Domestikationsgeschichte des Hundes darstellt, seine Abstammung vom Wolf und die ersten Annäherungen zwischen Mensch und Hund zum Zweck der Jagd. Dass sich Sykes dabei sowohl auf eigene Spekulationen stützt als auch auf den aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand, scheint Weber legitim, zumal der Autor seine Vorstellungen gut fundiert und mit genetischen Exkursen anreichert, wie er erklärt. Etwas skeptisch bleibt der Rezensent nur bei den ökologischen Fallbeispielen im Buch, hier findet er Sykes Ausführungen teils unterkomplex. Der Schluss des Bandes, der Begegnungen mit Hundebesitzern protokolliert, scheint Weber etwas aus dem Rahmen zu fallen.
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