Brigitte Nestler

Heinrich Mann-Bibliographie

Band 1: Das Werk
Cicero Presse, Morsum - Sylt 2000
ISBN 9783891200193
Gebunden, 818 Seiten, 194,29 EUR

Klappentext

Mit 20 Abbildungen. Brigitte Nestler hat eine umfassende Bibliografie der Werke Heinrich Manns erstellt, die seine Novellen, Kurzgeschichten, Essays, Theaterstücke, Gedichte, Briefe, verschiedene Schriften und Interviews beinhaltet sowie mehr als 11.000 Arbeiten zu Heinrich Manns Werk und den Übersetzungen. Aufgeteilt ist der Band in vier Teile ? sortiert nach Titeln, nach Personennamen, nach Übersetzungen und Titeln der Publikationen. Das Material basiert auf dem Heinrich-Mann-Archiv in der Akademie der Künste Berlin-Brandendburg und dem Deutschen Literaturarchiv in Marburg sowie auf einer ausgedehnten Suche in anderen in- und ausländischen Archiven.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.03.2001

In einer Doppelrezension bespricht Thomas Rietzschel ein Biografie und eine Bibliografie zu Heinrich Mann.
1.) Stefan Ringel: "Heinrich Mann. Ein Leben wird besichtigt" (Primus)
Rietzschel hält diesen Band für rundum geglückt, insbesondere, weil der Autor gerade durch seine Distanz Nähe schaffe und Heinrich Mann darüber hinaus als lebende "literarische Figur" präsentiere, der wie aus einem Roman seines Bruders Thomas entsprungen zu sein scheint. Besonders betont der Rezensent, dass in dieser Biografie deutlich werde, wie sehr Heinrich Mann von den verschiedensten wechselnden -ismen seiner Zeit beeinflusst war: mal sympathisierte er mit dem Sozialismus, mal mit Ästhetizismus und auch dem Antisemitismus, doch nichts davon war von Dauer, wie nach Rietzschel in dieser Biografie deutlich werde. Dies zeige sehr viel von der Zeit, aber auch von der Durchschnittlichkeit Heinrich Manns, der nach Ringel weniger schreiben wollte als vielmehr eine "schriftstellerische Existenz" angestrebt hat. Dass Ringel trotz dieser Diagnose Heinrich Mann an keiner Stelle "herabwürdigt", sondern mit "sehr viel historischem Einfühlungsvermögen" und großem Interpretationsgeschick vorgeht, gehört für Rietzschel zu den ausgemachten Stärken dieses Bandes. Ringel lässt sich, wie der Rezensent betont, hier "weder zur Verklärung noch zur Verachtung hinreißen".
2.) Brigitte Nestler: "Heinrich-Mann-Bibliographie. Das Werk" (Cicero Presse)
Rietzschel zeigt sich beeindruckt von der ungeheuren Menge der Texte Heinrich Manns, die hier zusammengetragen wurden. Anspruch des Buchs war, wie der Rezensent erläutert, alles, was von Heinrich Mann in deutscher oder anderer Sprache veröffentlicht wurde, zu sammeln - also nicht nur Romane, Novellen etc., sondern auch Übersetzungen, Interviews, Erklärungen und vieles mehr. Inwiefern hier Vollständigkeit erreicht wurde, erfährt der Leser zwar nicht, doch Rietzschel ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden, zumal 317 dieser Einträge bisher überhaupt nicht bekannt waren.
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