Aus dem amerikanischen Englisch von Maria Hummitzsch. Es ist ein Jahr des Aufbruchs: Seamus, Fyodor, Ivan, Noah und Fatima bleibt nicht mehr viel Zeit, um über ihre Zukunft zu entscheiden. In ihrem letzten Jahr in Iowa City, einer nicht gerade aufgeweckten Universitätsstadt, fragen die Liebenden und Freunde sich: Worauf setzt man im Leben? Arbeit, Liebe, Geld, Tanz, Poesie? Und wie sieht wahre Verbundenheit in einer Zeit der Unsicherheit und Prekarität aus?
Von Männern, die sich nach Liebe sehnen, handelt Brandon Taylors episodischer Roman laut Rezensent Peter Henning. Aber die gleichgeschlechtlichen Beziehungen, um die es hier ausschließlich geht, sind zumeist geprägt von unerfüllten Hoffnungen auf Nähe, erzählt er. Geredet wird viel in diesem Buch, warnt Henning, aber letztlich können Gefühle hier immer nur beschworen, aber nicht richtig gelebt werden. Auch die Lebensentwürfe der in Iowa City unter Studenten der Kunst und Literatur angesiedelten Geschichten entsprechen keineswegs der Realität - einer will Dichter werden, arbeitet aber in einer Suppenküche. Das hat für den Kritiker viel Ähnlichkeit mit den Stories Raymond Carvers, dem es in ähnlicher Weise gelinge, hinter einer genauen, ungekünstelten Sprache emotional komplexe Figuren sichtbar werden zu lassen.
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