Boualem Sansal

Der Schwur der Barbaren

Roman
Cover: Der Schwur der Barbaren
Merlin Verlag, Gifkendorf 2003
ISBN 9783875362299
Gebunden, 468 Seiten, 23,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Regina Keil-Sagawe. Aufruhr im Städtchen Rouiba: Am selben Tag wurden zwei Männer ermordet aufgefunden, die verschiedener nicht sein können. Der eine, Moh, ist der Pate der Region, sehr wohlhabend und unantastbar, der andere, Abdallah Bakour, ein armer Teufel, der erst kürzlich aus Frankreich zurückgekehrt ist, wo er Landarbeiter war. Kommissar Larbi kommt bei seiner Suche nach dem Täter schon bald von der offiziellen Linie ab. Statt den Fall wie von höchster Stelle gewünscht schnellstens abzuschließen, deckt er mit sicherem Gespür immer neue Details auf. Als er erste Hinweise für einen Zusammenhang zwischen den beiden Morden hat, begibt er sich ohne es zu ahnen in größte Gefahr...

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.12.2003

Algerien sei zur Zeit literarisch das produktivste Land im Maghreb, schwärmt Joseph Hanimann. Andres als zu erwarten hat er keine Klagegesänge von dort vernommen, sondern bittere Selbstironie. Im Falle von Boualem Sansal sei dieser Sarkasmus mit einem außergewöhnlichen Darstellungstalent verbunden, das europäischen Lesern auf einen Schlag 40 Jahre algerische Geschichte nahe bringe. Formal ist "Der Schwur der Barbaren" ein Politkrimi, der tief in den Alltag und die politische Realität des gebeutelten Landes hineinrührt, so Hanimann. Erzählt werde die Handlung jedoch mit großer "parodistischer Leuchtkraft", die die ganze Unabhängigkeitsrhetorik, den Märyterkult und die durch nichts zu erschütternde Gutgläubigkeit des Volkes gnadenlos niedermachten. Unaufhaltsam sickere die Wahrheit durch, meint Hanimann: in Algerien herrscht kein Bürger-, sondern ein Bandenkrieg. Im übrigen, verrät er, sei der Autor ein hoher Beamter im Industrieministerium. Bei dieser exkursiven, bildhaften fast rauschhaften Sprache trete die Handlung auch schon mal auf der Stelle, gesteht Hanimann, doch habe das nichts mit barocken Erzählmustern zu tun, doch schriebt er das einem Schilderungsdrang zu, der "die Dinge und zugleich ihre Hintergründe" benennen will.
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