Bodo Kirchhoff

Betreff: Einladung zu einer Kreuzfahrt

Cover: Betreff: Einladung zu einer Kreuzfahrt
Frankfurter Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 2017
ISBN 9783627002411
Gebunden, 128 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Ein Schriftsteller wird zu einer Kreuzfahrt eingeladen, nicht als zahlender Passagier, sondern als sogenannter "Gastkünstler". Ein anständiges Honorar, die Kabine mit Außenbalkon, freie Verpflegung und andere kostenlose Annehmlichkeiten können ihn aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass in dem 18-seitigen Begleitschreiben der Einladung ungeahnte Pflichten und darin allerlei Peinlichkeiten lauern, gerade für einen Schriftsteller, der die Einsamkeit liebt und nicht auf ein Schiff mit 5000 aufgedrehten und sonnenhungrigen Passagieren gehört. Doch er macht sich die Entscheidung nicht leicht und schreibt einen langen Antwortbrief an die Reederei.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 03.08.2017

Rezensent Christoph Schröder hat Bodo Kirchhoffs "Einladung zur Kreuzfahrt" gern angenommen. In der hier von Kirchhoff verfassten Antwort-Mail an eine Reederei, die den Schriftsteller als "Edutainer" zu einer Rundreise nach Havanna eingeladen hat, ohne jedoch zu verschweigen, dass er zahlenden Passagen stets den Vortritt zu gewähren habe, lernt der Kritiker das Kirchhoffs Alter Ego nicht nur als großmäuligen Frauenfeind kennen, der mit seiner Bildung protzt, sondern auch als Hasenfuß, der sich allerlei "groteske" Katastrophenszenarien ausmalt. Wie der Autor die Luxusschiff-Realität zur "Glücksblase" inszeniert und sich dabei mit viel Selbstironie und boshaftem Witz selbst karikiert, hat dem Rezensenten viel Vergnügen bereitet.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 29.07.2017

Mehr als nett kann Rezensent Gustav Seibt Bodo Kirchhoffs Text nicht finden. Für ihn sind zu lange E-Mails Ausweis von zu geringer beruflicher Auslastung, mehr nicht. Wenn im Text ein alternder Schriftsteller anhebt, seinen Verzicht auf eine Kreuzfahrt-Einladung weitschweifig zu erklären und darüber ins Kulturkritische abdriftet, wünscht er sich bei aller Selbstpersiflage und durchaus treffender Beobachtung so dringlich wie vergeblich Witz. Kirchoffs Text jedoch bleibt matt, meint Seibt bedauernd und empfiehlt stattdessen Kempowskis "Letzte Grüße".

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 24.07.2017

Judith von Sternburg empfiehlt Bodo Kirchhoffs Buch nur beinharten Kirchhoff-Jüngern. Alle anderen, meint sie, könnten sich abgestoßen fühlen von der übellaunigen Gönnerhaftigkeit, die der Erzähler, oder ist es Kirchhoff selbst (die Rezensentin ist sich da nicht so sicher), an den Tag legt. Witzig, wenngleich auch enttäuschend findet sie die Idee, die im Buch in Aussicht gestellte Kreuzfahrt gar nicht erst anzutreten, sondern es bei der ebenso eloquenten wie nervenden Absage des Erzählers an eine Reederei-Mitarbeiterin zu belassen. Dass die Ironie im Text beständig kippt in unsympathische Selbstgefälligkeit, ist für die Rezensentin das eigentliche Problem des Ganzen.

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