Bernhard J. Dotzler

Diskurs und Medium

Zur Archäologie der Computerkultur
Cover: Diskurs und Medium
Wilhelm Fink Verlag, München 2006
ISBN 9783770542550
Kartoniert, 233 Seiten, 26,90 EUR

Klappentext

Es geht um Technik und Medien, Medien und Wissen, Wissen und Technik und deren wechselseitigen Zusammenhang, der sich zeigt, wenn man beide Seiten, "Diskurs und Medium", als verkörpertes Wissen begreift. Dass digitale Medientechnik die Gegenwart und Zukunft beherrscht, ist unumstritten. Wie aber sieht dadurch die Vergangenheit aus? "Diskurs und Medium" perspektiviert Computer als Mediengeschichte wie Mediengeschichte von der Geschichte des Computers her.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 25.11.2006

Gemischte Rezensentengefühle haben Luca Di Blasi beim Leser dieser Schriften aus fast zwanzigjähriger Forschung des Friedrich-Kittler-Schülers Bernhard J. Dotzler befallen. Einerseits kann er dem Buch und seinem Versuch, Entstehungsbedingungen Einführung des Computers als "traumatisches Kulturereignis" zu beschreiben, einige spannende Anregungen und Gedanken abgewinnen. Interessant findet er auch, dass Dotzler die Entwicklungen bis ins 19. Jahrhundert zu Charles Babbage zurückverfolgt. Trotzdem hat er "vieles auch anderswo" und manches davon sogar auch schon klarer gelesen. Ganz und gar nicht mag Di Blasi dem Autor dann bei seiner Schlussfolgerung vom "Tod des Buches" folgen. Denn hier rückt für ihn die Argumentation der ansonsten sehr "ernsthaften" Arbeit gefährlich in die Nähe aller jene Dämonisierungen und Mystifikationen, die die Computertechnik von Anfang an begleiten würden - was aus Sicht des Rezensenten der Wahrheitsfindung in dieser Frage nicht sehr zuträglich ist.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.10.2006

Kein gutes Haar lässt Rezensent Andreas Dorschel an Bernhard J. Dotzlers Buch über die "Archäologie der Computerkultur". Ziemlich unausgegoren scheint ihm das Ganze, zusammengewurstelt, ohne erkennbares Problem, zusammengehalten nur durch den penetranten Einsatz von Analogien. Zwar findet Dorschel darin auch einige originelle Einfälle vor. Etwa, dass die gesamte europäische Kulturgeschichte der Neuzeit eine Art Vorbereitung des Computers sei. Solcherlei steile Thesen zu belegen, interessiert den Autor nach Dorschels Ansicht aber kaum. Er kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Dotzler für eine akademische Gemeinde schreibt, die an eine Medientheorie glaubt, die auf Beliebiges anwendbar ist und Beliebiges hervorbringt.

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