Textbeispiele in englischer und französischer Sprache. Mit 95 Abbildungen und ausführlicher Bibliografie. Die Beziehungen zwischen Medien- und Literaturgeschichte sind in den letzten Jahren zu einem zentralen Forschungsgebiet der Literaturwissenschaft geworden. Dennoch stellen die Beziehungen zwischen Fotografie und Literatur nach wie vor nahezu eine terra incognita dar. Stieglers Studie schließt diese Forschungslücke und konzentriert sich dabei sowohl auf eine materialreiche Rekonstruktion der fotografischen wie auch der poetologischen Diskurse, als auch auf eine Interpretation zahlreicher bekannter wie auch neu entdeckter literarischer Texte in der Perspektive ihrer wahrnehmungstheoretischen Implikationen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 05.02.2002
So kann's gehen mit Habilschriften: Da beackert der Autor Quellen (literarische wie naturwissenschaftliche) en masse, gibt schön übersichtlich strukturierte Darstellungen über aktuelle Diskurse (hier: um die Fotografie) zum Besten und bringt es doch nur zu vergleichsweise trivialen Einsichten (hier: in die "medienspezifische Besonderheit" der Fotografie). Andrea Gnam jedenfalls wird den Verdacht nicht los, es handle sich bei vorliegender Arbeit eher um "modische Rahmenziselierung" für den philologischen Fleiß anderer. Nicht gerade sorgfältige überdies: Sprachliche Ungenauigkeiten, fehlgeschlagene grammatikalische Anschlüsse, kryptische Fußnoten - alles dabei. Die für die Lektüre nötigen Französischkenntnisse und das gleichfalls unabdingbare "universale Textgedächtnis" traut die Rezensentin außerdem nicht allen Leser zu.
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