Irene Albers

Sehen und Wissen

Das Photographische im Romanwerk Emile Zolas
Cover: Sehen und Wissen
Wilhelm Fink Verlag, München 2002
ISBN 9783770537693
Kartoniert, 393 Seiten, 68,00 EUR

Klappentext

Zolas Romane und seine Theorie des "Experimentalromans" werden hier erstmals systematisch aus einer medientheoretischen Perspektive analysiert. Gegenüber älteren Untersuchungen, die sich vor allem auf die Tatsache stützen, dass Zola im letzten Jahrzehnt seines Lebens intensiv fotografiert hat, setzt die Studie neu an. Die Autorin fragt nach den Wechselwirkungen zwischen zeitgenössischen Konzepten der Fotografie in ästhetischen, wissenschaftlichen und sozialen Diskursen und Zolas Literarturbegriff, und kommt zu dem Ergebnis, dass leitende Begriffe der naturalistischen Poetik des Wissens (wie "reproduction", "ecran", "observation", "detail", "documentation" und "description") zugleich Schlüsselbegriffe in Texten über Fotografie darstellen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 15.02.2003

In ihrer Untersuchung über das "Fotografische im Romanwerk Emile Zolas" zeigt Irene Albers nach Auskunft des agr. zeichnenden Rezensenten, dass der Schriftsteller Zola, obgleich er dem neuen Medium wichtige Anregungen verdankte, weniger von Bildern als von der zeitgenössischen Theorie der Fotografie beeinflusst wurde. "Die Kameralinse", erklärt er Albers Grundthese, "erschien als Instrument einer Wahrnehmung, die konsequent auf jede Interpretation des Wahrgenommenen verzichtet." Bei Zola sähen die Romanfiguren Wirklichkeit auf eben diese "fotografische" Weise, der wissende Erzähler aber deute ihre Wahrnehmungen für den Leser. Albers, die der Rezensent als eine "mit allen Wassern moderner literaturwissenschaftlicher Theorie gewaschene Autorin" preist, nehme in ihrer Untersuchung neben dem frühen Roman "Madeleine Férat" insbesondere die fünf Bände des Rougon-Macquart-Zyklus unter die Lupe und gelange zu "neuen, sehr interessanten Ergebnissen". Worin die bestehen, erfährt man allerdings nicht.

Beliebte Bücher

Juli Zeh. Pony Show - Roman. Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Juli Zeh: Pony Show
Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet…
Shida Bazyar. Die Lücken - Roman. Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Shida Bazyar: Die Lücken
Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre…
Botho Strauß. Bleiben und Blicken. Carl Hanser Verlag, München, 2026.Botho Strauß: Bleiben und Blicken
In Botho Strauß' neuem Buch geht es um die Zeit und ihr Vergehen, um den Zauber der Kunst, um das Originale und das Eigentliche. Vor allem sind es Begegnungen und Nichtbegegnungen,…
Dana Vowinckel. Anton und Alma - Roman. Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Dana Vowinckel: Anton und Alma
Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…