Gefängnisse sind trotz aller Reformen nach wie vor Schulen des Verbrechens. Bernd Maelicke, Experte auf dem Gebiet der Kriminal- und Sozialpolitik, positioniert sich seit Jahren entschieden als Gegner populärer Forderungen nach größerer Härte im Umgang mit Straftätern. Auf Basis langjähriger Erfahrungen und zahlreicher biografischer Fallbeispiele zeigt er das dramatische Missverständnis im deutschen Strafvollzug: Der Freiheitsentzug resozialisiert nicht, die Einflüsse der Gefängnis-Subkultur dominieren. Bei den meisten Straffälligen, insbesondere jungen, verspricht nicht Wegsperren Erfolg, sondern allein verlässliche soziale Beziehungen. Resozialisierung findet wesentlich nach der Entlassung statt. Unverantwortlich hohe Rückfallquoten sind Folgen der Systemmängel der Kriminalpolitik. Maelicke fordert eine differenzierte Debatte zu einem Thema, das Politiker nur in Wahlkampfzeiten, Medien nur bei Skandalen interessiert.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 15.12.2015
Martin Hagenmaier empfiehlt das Buch des Juristen Bernd Maelicke nicht nur Experten. Damit die Hagenmaier notwendig erscheinende politische Unterstützung für eine rationale Kriminalpolitik in Gang kommt, legt er uns diese "spannende" Lektüre ans Herz. Wenn der Autor darin ausgehend von seiner eigenen Biografie auf den Strafvollzug zu sprechen kommt, seine Erfahrungen mit rationalen Kommunikationsprozessen, Resozialisierung und Gewalt im Knast, wartet Hagenmaier gespannt auf die Lösungsvorschläge des Autors. Was Therapie und Wohngruppen bewirken können, beschreibt ihm der Autor anhand von Modellprojekten. Wegsperren oder Resozialisieren ist für den Rezensenten am Ende keine Frage mehr.
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