Als der amerikanische Biologe Bernd Heinrich ein Stück Land in den Wäldern von Maine erwarb, kehrte er zurück zu seinen Wurzeln. Denn hier, in der Nähe der Adams Hill Farm, hat er einen Teil seiner Kindheit verbracht. Anfangs nichts weiter als abgeholztes hügeliges Land, ist es heute - nach mehr als zwanzig Jahren - ein gesunder Mischwald mit einer Artenvielfalt, die ihresgleichen sucht. Mit einer Mischung aus Naturwissenschaft und Philosophie, Autobiografie und persönlicher Beobachtung botanischer Vorgänge zeigt Bernd Heinrich uns die verborgenen Verflechtungen dieses Kosmos, in dem Bäume und Pflanzen, Vögel, Insekten und Wildtiere in wechselvoller Abhängigkeit miteinander existieren.
Eine seltsame Faszination scheint dieses Buch auf Stefan Just ausgeübt zu haben. Er betont in seiner Rezension, dass der Autor nicht nur über Baumpilze, Spechte und Kolibris Interessantes zu erzählen weiß. Vielmehr schwärmt Just vor allem von Heinrichs aufmerksamer, "insistierender" Beobachtungsgabe, mit der der Autor bisweilen "vom Hundertsten ins Tausendste kommt", die ihm aber keineswegs als langweilig erscheint. Heinrichs Darstellung zeichnet sich seiner Ansicht nach vor allem durch die besondere Anschaulichkeit und Treffsicherheit aus, mit der er beispielsweise das Verhalten von Tieren schildert: "als sei es einem selber nur nicht eingefallen". Gleichzeitig scheint Just überrascht, dass Heinrich der Natur gegenüber weniger andächtige Gefühle hegt, als vielmehr auch Amusement empfindet. Allerdings weist Just darauf hin, dass Heinrich Wissenschaftler ist und auch entsprechende Erläuterungen nicht zu kurz kommen. Bei diesen Passagen vermutet Just die ein oder andere Gratwanderung bei der Übersetzung, die aber ansonsten den "lakonischen Erzählton" gut übernommen habe.
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